Jack Black und Kyle Gass rocken das Haus. Man kann sich streiten, in wie weit die Musik von Tenacious D ernst zu nehmen ist, Texte und manches Mal der Style lassen dies bezweifeln, doch die Talente der beiden stehen gänzlich außer Frage. Wer glaubt Jack könne die Leute nur zum lachen bringen, der hat sich hierbei mächtig geschnitten – der Mann hat eine Röhre, das es kracht und braucht den Vergleich zu anderen Rockgrößen nicht unbedingt scheuen. Die beiden lieben den Metal, das ist jederzeit zu spüren und diese Leidenschaft, gemischt mit Power, Können und purem Spaß an der Sache machen diesen „Musikfilm“ zu einem Pflichtprogramm für Fans der Band. Nichtkenner können aber getrost auch mal einen Blick riskieren, allein der Song „Kickapoo“ gleich zu Beginn des Streifens ist das Hören/Sehen wert.

 

Eine locker-flockige Gangsterkomödie die ungeheuer leichtfüßig und charmant daherkommt. Der teils makabere Humor gepaart mit den gut aufgelegten Darstellern bilden einen idealen Nährboden für kurzweilige und spaßige Unterhaltung. Bruce Willis als netter Auftragskiller von nebenan überzeugt genauso, wie die an gute alte Friends-Zeiten erinnernde Leistung Mathew Perrys, der seinen Serien-Ego praktischerweise direkt in diesen Film übernehmen konnte. Dazu gesellt sich eine gehörige Portion Ironie und schwarzer Humor pare excellence, was könnte man von einem Film dieser Machart noch mehr erwarten – tolle Unterhaltung ist garantiert. Hinsichtlich der spottbilligen DVDs ist der Kauf eigentlich keine Frage mehr.

 

Setzt konsequent die Stärken des Vorgängers fort und fügt, ganz dem typischen Nachfolgergesetz, überall noch ein Quäntchen drauf – wirkt zuweilen nun zwar etwas übertrieben und unglaubwürdig, doch spaßig ist’s trotzdem. Allein Kevin Pollaks Rolle ist das Ansehen wert.

 

Man könnte hier jetzt auch wieder ausschweifend über den Film und seine einzelnen Segmente philosophieren – ich belasse es bei einer einfach Empfehlung. Da, wo „World Trade Center“ auf die Spielfilm-Schiene aufsprang, skizziert dieser Film einen beinah schon schädlich authentischen und somit ungeschönt ergreifenden Einblick in die Geschehnisse und Gegebenheiten während des schicksalhaften Fluges 93, der auf einem Feld in Pennsilvenia sein erschütterndes Ende fand. Im Dokumentarstil gehaltene Bilder lassen Bestürzung und Fassungslosigkeit beim Betrachter unvermeidbar – ansehen, nachdenken und vielleicht etwas anders über die jetzigen US-amerikanischen Ansichten und Ängste reden. Verstanden, oder eben zumindest akzeptiert werden, sollten diese für alle, denen Reportagen und Bilder noch nicht genügten, spätestens jetzt.

- ohne jede Bewertung -

Posted by: The-Duke | Juli 18, 2008

Kurz reingeschaut: 2001 - Odyssee im Weltraum (1968)

Kolossal, beeindruckend, ergreifend, atemberaubend, meisterhaft – angesichts dieses Kubrickschen Meisterstücks neigen sich die Superlativen schon nach kurzer Zeit dem Ende entgegen. Dieser Film ist Science Fiction in Reinkultur, nein, dieses Genre wurde für ihn erfunden. Trotz der geheimnisvollen und viele Fragen aufwerfenden Inszenierung kann man sich dem Gesehenen einfach nicht entziehen. Mancher einer mag den Film als Schlaftablette empfinden, denn freilich, die realitätsgetreue Darstellung der Leere und Stille des Alls, die langen, ausgedehnten, künstlerisch gestalteten, dialogleeren Aufnahmen und anspruchsvolle instrumentale musikalische Begleitung mögen sicherlich nicht jedermanns Sache sein. Aber jeder halbwegs cineastisch Interessierte sollte sich dem ohne Frage anstrengendem Film nicht verwehren. Schon in Anbetracht des Alters ist die Genialität und Schaffenskunst Kubricks zu jeder Sekunde bewundernswert und bereits der von unseren affigen Vorfahren handelnde Prolog ist in jeder Hinsicht grandios und bildet den perfekten Kontrast zum futuristischen Teil und der von Maschinen und hochmodernen Technik dominierten Epoche. Der Verbindungsschnitt beider Zeitalter schrieb Geschichte. Und fragen sich Betrachter von Finchers oder Lynchs Werken oftmals, wie sie das Gesehene nun eigentlich zu interpretieren haben, werden sie auch bei „2001“ wohl zu keiner schlüssigen, respektive allgemein gültigen Aussagen kommen – die letzten 25 Minuten gehören wohl zu dem verstörendsten und unverständlichsten, welches jemals seinen Weg auf Zelluloid gefunden hat. Was genau nun eigentlich auf dem Planeten vorgefallen sein mag, was dieses seltsame, metallische Gebilde wirklich war und was die letzte Szene allgemein zu bezwecken versuchte, dass weiß wohl bloß der Regisseur selbst. Zudem verleiht die nicht unproblematische Mensch-Maschine Beziehung dem ganzen eine gewichtige Aussage, inwiefern wir unser Handeln, unsere Existenz, ja, unsere Zukunft in die Neutronenhirne von künstlicher Intelligenz geben können, ohne dabei Gefahr zu laufen, selbst die Kontrolle zu verlieren.

 

Posted by: The-Duke | Juli 16, 2008

Technische Störungen…

ereilten mich letzten Donnerstag und erst jetzt hab ich das System wieder zum Laufen gebracht. Blöde PCs, wenn sie gehen ists toll, doch wenn mal nicht, dann ist das Chaos groß. Dies war auch der Grund, warum sich nix neues auf der Page eingefunden hat, der Systemwiederherstellung sei Dank ändert sich das wieder :) .

Posted by: The-Duke | Juli 7, 2008

Kurz reingeschaut: The Missing (USA 2003)

 

Maggie (Cate Blanchett) lebt als Heilerin zusammen mit ihren beiden Töchtern und zwei Männern auf einer Ranch. Eines Tages jedoch erscheint ein alter Mann, ihr Vater Samuel (Tommy Lee Jones), der sie und ihre Mutter vor vielen Jahren einfach im Stich gelassen hatte, um Indianer zu werden. Sie weist ihn eiskalt ab und will nichts weiter mit ihm zu tun haben, als seine Wunde zu verarzten. Kurze Zeit später machen sich Brake (Aaron Eckhart) und sein Kollege mit den beiden Mädchen auf, um sich um die Kälber zu kümmern. Als sie bis zum nächsten Tag nicht wieder zurück sind, begibt sich Maggie auf eigene Faust in die Wälder, um sie zu suchen. Leichen und eine verschleppte Dot, ist das, was sie vorfindet. Während die baldigst eingeschaltete Armee in der falschen Richtung sucht, muss sie oder wohl oder Übel auf die Hilfe ihres verhassten Vaters zurückgreifen, wenn sie ihre Tochter leben wieder sehen will. Denn diese soll mit anderen Frauen in Mexiko für gutes Geld verkauft werden und der Kopf des Ganzen, ein alter, klumpfüßiger, indianischer Hexer ist ein harter Gegner, der sich nicht nur auf weltliche Mittel verlässt, um seine Widersacher aus dem Weg zu räumen…

Ron Howard ist schon ein sehr eigenes Tierchen, das unter Filmfreunden einen mitunter sehr zwiegespaltenen Ruf besitzt. Ist einerseits verständlich, andererseits sind so manche Hasstiraden dann doch etwas arg übertrieben, denn egal was man von seinen Regiearbeiten halten mag, dass sie stets großartig inszeniert sind müssten ihm selbst die größten Kritiker anerkennen. Das die Geschichten dabei stets ein wenig weiter hinten anstehen müssen, respektive qualitativ meist einfach nicht wirklich überzeugen, ist eine Schwäche, die Howard schon seine ganze Karriere über begleitet. Die Fähigkeit den Zuschauer zu fesseln, sei es mithilfe von Dialogen, Persongeflechten oder auch dem gewissen Aha-Effekt, ist ihm nicht vergönnt. Seine Ideen an für sich sind zwar gut, doch die Umsetzung lässt oftmals leider ein wenig zu wünschen übrig. So ergeht es auch seinem Ausflug ins Westerngenre, „The Missing“. Mit Tommy Lee Jones und Cate Blanchett hat er da zwei der bekanntesten Gesichter Hollywoods verpflichtet, speziell letztere hat schon zur Genüge beweisen können, dass sie eine hervorragende Charakterschauspielerin ist und sich auch vor komplexen Rollen nicht zu scheuen braucht. Ihre Glanzleistungen in den beiden „Elizabeth“ Teilen sagen dabei alles. Umso ungläubiger jedoch verfolgt man ihr agieren im Film, stets begleitet von dem Wunsch, dass dieser nervtötende Charakter doch endlich einmal verstummen sollte. Maggie ist ohne Frage keine einfache Persönlichkeit und wird folglich auch so drastisch dargestellt. Man kann man also weniger Miss Blanchet einen Vorwurf machen, denn den Drehbuchschreibern, die diese Person erst so nervtötend entwarfen. Unbelehrbar und widerwillig wie ein kleines Kind verhält sie sich immer wieder aufs Neue und sorgt mit ihrer ekelhaften Art für Unverständnis.

Sicher ist der Kontakt zum Vater der ausschlaggebende Punkt, doch genau hierbei liegt der Hund begraben. Viel zu oberflächlich grast Ron Howard das von Hassgefühlen und Enttäuschung geplagte Verhältnis der beiden ab, ohne jemals erkennbar in die Tiefe vorzudringen. Die Ansätze sind da, doch das leidige, oben angesprochene Problem, den Betrachter nicht in die Materie hineinzureißen, kommt jedes Mal aufs Neue wieder zum Tragen. Erschwerend die Erkenntnis, das Tommy Lee Jones nun einmal kein sehr emotionaler Darsteller ist, er lebt von seinem kantigen, unerschütterlich erscheinendem und dennoch sympathischen Äußeren. Gefühlsregungen nimmt man ihm nur schwerlich ab. Viel besser hingegen dabei die Leistung des Hexer-Darstellers, eine der zentralen Personen im Film, die aufgrund ihres ungewöhnliches Erscheinungsbildes und Fähigkeiten faszinierend und abstoßend zugleich auf den Zuschauer wirkt. Der Hexer verkörpert das pure, gnadenlose Böse und bildet somit einen hervorragenden Antagonisten. Die Aufmerksamkeit liegt bisweilen beinahe stärker auf dem Indianaer, denn den eigentlichen Protagonisten. Betrachtet man also die Handlung und dessen Figuren, so haben sich dort einige unübersehbare Ungereimtheiten eingeschlichen, die den Filmgenuss zuweilen etwas auf die Probe stellen. Der Funke will einfach nicht so recht überspringen, auch in Anbetracht der Rettungsmission und dem schrecklichen Schicksal, welches die entführten Mädchen erwarten würde. Ganz anders jedoch, ist die restliche Gestaltung des Filmes ausgefallen. Die Geschichte wird untermalt von traumhaften, wilden Aufnahmen der Schauplätze. Egal ob Berge, Wald oder Prärie – wohin es Maggie und ihr Gefolge verschlägt, werden sie begleitet von bombastischen Bebilderungen, die ihre Wirkung nicht im Geringsten verfehlen. Der mysteriöse und etwas fantasyangehauchte Unterton des Streifens wird überaus löblich von den visuellen Mitteln unterstützt. Auch sollte die melodramatische Musik von James Horner nicht vergessen werden, die dem Ganzen so etwas wie das atmosphärische i-Tüpfelchen aufsetzt. Schusswechsel wie dramatische Momente sind in perfektem Maße eingefangen und bieten gelungene Abwechslungen zum Rest.

Sicher blenden die optischen Schauwerte etwas über die zuweilen penetranten Charaktere hinweg, ganz vergessen kann man diesen Negativfaktor aber leider dann doch nicht. Auffallend auch die Tatsache, dass die Kinder jene unpflegliche Art von ihrer Mutter geerbt zu haben scheinen, denn auch diese sorgen oft weniger durch ihr eigentliches Tun, denn durch ihre schon naiv erscheinenden Dummheit und infolge dessen fragwürdigen Verhalten für Aufmerksamkeit. Filme, die ihren Fluss nur vorantreiben können, indem sie auf die Unfähigkeit der Personen bauen, sind normalerweise bereits unter allem Niveau. Ganz so im Argen liegt es hier dann zwar doch noch nicht, aber der Weg dahin wird schon viel zu oft eingeschlagen. Wenn auch nur leicht, verleiht es dem Film dennoch eine gewaltige Achillesferse.

Als Fazit bleibt also zu sagen, dass „The Missing“ ein gutes, neuzeitliches Westernvergnügen bereithält, wenn man sich denn auf den etwas paranormalen Anstrich einlassen kann, aber leider stark an den unsymphatischen Charakteren und der nötigen Intensive krankt. Mag man jedoch weite Landschaftsaufnahmen, Indianer, Schießereien und neuzeitliche Genreproduktionen im Allgemeinen, so sollte man auf jeden Fall einmal einen Blick riskieren.

Posted by: The-Duke | Juli 6, 2008

Sonstiges: Ein paar kleinere Updates…

sind nun auf der Page zu finden. Die Änderungen im Detail:

- Neuer Header

- Feeds zu : “Widescreen-Vision Podcasts”

neue Kritiken auf filmstarts.de 

neue Trailer auf Moviemaze

- überarbeiteter Index der besprochenen Filme mit jetzt drei Unterteilungen den Textumfang und auch Inhalt betreffend (DVD-Kritik, Kurzrezension, Shortie)

- in Zukunft neue Artikelüberschriftengestaltung (Textkategorie+ Titel usw.) zur besseren Übersicht

- neues Theme, ist nun um einiges übersichtlicher :) 

…das wars fürs Erste :). Würde mich über Kritik und Lob eurerseits sehr freuen!

Montag der 07.07.

21:00 Rocco und seine Brüder (ARTE)

- Habe ich selbst noch nicht gesehen, doch Viscontis Werk soll sehr gut sein. Da werde ich wohl selber mal einschalten müssen.

23:15 Buena Vista Social Club (SWR)

- Gelungene Dokumentation über das musikalische Leben in Kuba. Wim Wenders verliert sich leider bisweilen ein wenig in der Materie ohne wirklich neue Informationen vorzutragen.

 

Dienstag der 08.07.

20:15 Gattaca (Kabel 1)

- Verdammt gutes Sci-Fi Drama mit Botschaft. Und Ethan Hawke gehört seit “Training Day” eh zu meinen Lieblingen. Anschauen!

23:15 Der Clou (NDR)

- genau wie bei meinem Kollegen fincher eine der größten filmischen Bildungslücken. Nunja, die DVD findet dieses Jahr sicherlich noch seinen Weg in meine Sammlung.

 

Mittwoch der 09.07.

20:20 House on Haunted Hill (Das Vierte)

- Zwiespältiges Horrorvergnügen. Einerseits gelungene Schocksequenzen und teils ziemlich krnaken Ideen, andererseits kommt das Ganze dann doch etwas flachbrüstig daher - von Substanz oder etwas tieferem Inhalt keine Spur.

 

Donnerstag den 10.07.

20:15 Party Animals (VOX)

- Teenieklamotte der untersten Schublade. Miese, flache Gags und unsymphatische Darsteller - Tara Reid und Ryan Reynolds *schüttel*

22:25 Fargo - Blutiger Schnee (Tele5)

- an dieser Stelle verweise ich auf das gelungene Review meines Bloggerkollegen fincher

>>klick mich<<

 

Freitag den 11.07.

20:15 Evolution (Pro7)

- Spaßiges Sci-Fi Vergnügen, das das Genre zwar nicht neu erfindet, dennoch aber mit netten Charakteren, ein paar gelungenen Gags und ganz ordentlichen Special Effects zu gefallen weiß. Das Thema Evolution und seine Auswirkungen hätte aber in Sachen ”Witizgkeit” noch viel mehr Potenzial geboten.

23:35 Der Exorzist - Director´s Cut (RTLII)

- Hat bis heute nichts von seinem Schrecken eingebüßt, wenngleich die gesamte Inszenierung darauf ausgelegt ist, gegen die Konventionen der 70er Jahre zu verstoßen und diese kontroversen Anspielungen einzig in ein fantastisches Gewand gekleidet wurden.

 

Samstag den 12.07.

22:20 Der dritte Mann (MDR)

- auch eine Bildungslücke bei mir, ist eigentlich ein “Pflichtguck”

23:05 Sierra Chariba (BR)

- die verstümmelte TV-Fassung des Peckinpah-Klassikers. Lieber die DVD zulegen, denn die ist jeden Cent wert.

23:10 Psycho (ARD)

- und auch hier verweise ich wieder auf die gelungene Kritik meines Bloggerkollegen fincher

>>klick mich<<

 

Sonntag den 13.07.

20:15 Der Staatsfeind Nr. 1 (Pro7)

- “Big Willie” in Lebensgefahr, ein temporeiches, adrenalintreibendes Actionvergnügen von Tony Scott. Spannung bis zur letzten Minute und eine grandiose, Scott-typische furiose Inszenierung machen den Staatsfeind zu einem meiner absoluten Lieblinge - zeitlos, schnell und einfach gut.

22:50 The Fog - Nebel des Graunes (Pro7)

- Eines der überflüssigsten Remakes der letzten Jahre. Grausam ist das, was dem Original damit angetan wird. Die Geisterpiraten von 1980 werden sich in ihrem feuchten Grab umdrehen angesichts dieses Totalausfalles.

Posted by: The-Duke | Juli 5, 2008

News: Australia (Deutscher Kinostart: 25.12.2008)

Wie es ausschaut wird sich auch dieses Jahr wieder ein Westernverwandter in den Lichtspielhäusern einfinden. So nämlich Baz Luhrmanns “Australia”. Zuvor machte er schon mit dem tollen Film “Moulin Rouge” auf sich aufmerksam. Seine Vorlieben für traumhafte Bilder und das gewisse künstlerische Etwas werden, dem Trailer nach zu urteilen, auch in seinem neuesten Werk vorhanden sein. Die Hauptrollen übernehmen dabei Nicole Kidman und Hugh Jackman und möchte man den ersten Eindrücken Glauben schenken, so liefern sie hierbei einen sehr guten Job ab. Es ist vielleicht kein klassisches Westernvergnügen, doch allein schon die prächtige Szenerie  im Land der Känguruhs wird die Fans von “The Proposition” und Co. in die Kinos treiben. Dazu zähle ich mich im übrigen auch :) .

Da ich die letzten Tage krank zu Hause rumhockte, hatte dies zumindest den Vorteil, schon längst überfällige DVD-Stapel abzubauen, allen voran ausgeliehene Sachen, die nun endlich wieder den Weg zu ihren rechtmäßigen Besitzern antreten können.

 

Schon in Harry Potter III ließ der Regisseur durchblicken, welch enormes cineastisches Potenzial in ihm steckt, jetzt, in diesem Film, hat er es vollends zum Ausdruck gebracht. Das erschütternde Endzeitszenario ist beeindruckend und erschreckend zugleich, die Menschheit steht kurz vor ihrem Untergang. Mithilfe der kargen, bedrückenden und von jeder Hoffnung beraubt geglaubten Atmosphäre inszeniert Alfonso Cuaron eine Schreckensvision, die es in sich hat. Tristes wo hin man sieht, zerfallende Gebäude, alte Autos auf den Straßen inmitten von antiquiert erscheinenden Fahrzeugen, es deutet nichts daraufhin, dass sich die Menschen im Jahre 2027 befinden würden - ein gewichtiger technologischer und humaner Schritt nach hinten trifft es wohl am ehesten. Unterstützt durch die dynamische Kamera und die selten eingesetzten Schnitte verfolgt man Clive Owen auf seiner Odyssee durch London, ganz dem Ziel ergeben, ein Neugeborenes und dessen Mutter in Sicherheit zu bringen.

Diese prickelnde Intensität und apokalyptische Stimmung verleihen Film in so weit ein ganz persönliches Flair und lassen vergleichbare Genrewerke in Vergessenheit geraten. Die musikalische Begleitung untermalt die ewig andauernde Trostlosigkeit zudem sehr adäquat und lässt das Gesamtbild in Folge dessen umso bedrohlicher erscheinen. Die subversive Gewalt, welche England fest in ihren Krallen hält, erscheint einem bei näherer Betrachtung nicht einmal mehr so fernab des Möglichen, wer weiß, ob nicht genau diese Situation auch in ein paar Jahren auf uns zuzutreffen vermag. Einzig die Schlusssequenz bietet Anlass zur Kritik, denn ein solch unverhofft aufkeimender Hoffnungsschimmer fügt sich nicht in das vorherige, betrüblich und pessimistisch gestaltete Raster hinein - hierbei hätte der negative Grundton des Streifens seine Vollendung finden können. Aber dennoch ist Children of Men” ein sehr realistischer und gegenwartsbezogener Sci-Fi-Filme geworden, der die Zeichen der Zeit richtig deutet und einen klaren Appell an die Gesellschaft liefert.

Dem Action verwöhnten Betrachter wird womöglich der fehlenden Bombast etwas sauer aufstoßen, doch wer angesichts eines solchen heiklen Themas lieber über Effekte und Explosionen staunt, der hat die gewichtige Intention Cuarons nicht verstanden.

 

Grundsolider Animationsstreifen, der jedoch nicht mit den Filmen aus der Pixar-Schmiede und Konsorten mithalten kann. Von der Aufmachung her zwar schon, doch inhaltlich offenbaren sich einige grundlegenden Mängel. Die Vermenschlichung der Bienen ist dabei nichteinmal unbedingt als negativ anzusehen, der absolut unglaubwürdige Plot dafür umso mehr. Desweiteren konnten sich die Macher nicht auf eine moralische Lehre festlegen, immerzu schwankt diese zwischen “Rettet die Rechte der Bienen” bzw. “Achtet die Tiere” und “Die bösen Folgen der Störung von Natur-Kreisläufen” hin und her, ohne so recht überzeugend und eindringlich zu wirken. Die Gags sind mal gut, mal schlecht, einige Einfälle und die Personen als selbige jedoch sehr ansprechend gestaltet. Als Animationsfan sollte man den Film gesehen haben, alle anderen können da aber auch getrost bei der Konkurrenz bleiben, denn Ratatouille und Co. sind da immer noch eine ganze Klasse für sich.

 

 Recht unbekannte Komödie von Doug Liman, die mit einem noch ziemlich milchgesichtigem Vince Vaughn aufzuwarten weiß. Es sind nicht die großen Lacher, welche den Film ausmachen, sondern vielmehr seine symphatische und realistische Gestaltung und die auf vielfältige Weise etwas sonderbaren, aber dennoch liebenswerten Charaktere. Ein kleiner Geheimtipp für Genrefreunde!

 

Auch hier gilt, genau wie bei “Bee Movie”, kann der Film gegen Pixar und die Dreamworks Konkurrenz zwar nicht anstinken, aber dennoch sieht man hier viel Liebe zum Detail. Und die im Dokumentarstil gehaltene Kameraarbeit ist mal was neues im Genre. Zudem sind die Animationen, insbesondere das Wasser sehr gelungen und ein Niedlichkeitsbonus, bedingt durch die kleinen flauschigen Pingus, ist auch vorhanden. Leider krankt der Film an dem Problem, das er nicht wirklich lustig ist, sondern vielmehr durch seine situationsbedingt amüsanten Momente und die individuellen Charaktere zu überzeugen weiß. Auch, scheint es so, als wäre das Grundthema vielleicht schon etwas zu vielschichtig, zumindest eben für die kleineren Zuschauer. Somit im Endeffekt also eher ein “Kinderfilm für Erwachsene”, der jedoch allein schon Freunden der kleinen “Frackträger” einen vergnüglichen Nachmittag bescheren sollte.

 

Könnte man guten Gewissens als überdurchschnittlich gute TV-Produktion bezeichnen. Die Story ist natürlich ein reines Fantasieprodukt und auch sonst beeindruckt der Film weniger durch seine Glaubwürdigkeit, als die lockere und temporeiche Inszenierung. Nette Charaktere, schöne Haudrauf Kampfszenen, die mit viel augenzwinkerndem Humor angereichert wurden, sorgen ebenso für kurzweilige Unterhaltung, wie die geringe Laufzeit. Und mit Capri wurde einer der schönsten Schauplätze integriert, wo ich je gesehen habe, einfach traumhaft dieses Meer und die zerklüffteten Klippen. Wer keine Lust hat sich gleich wieder mindestens 3 epenhafte Stunden vor den Fernseher zu setzen, für den ist “Die letzte Legion” genau das richtige.

 

Ein klasse Film über die heldenhaften Leben der Feuerwehrmänner. Wer Action erwartet, der hat die gänzlichen falschen Erwartungen. Realitätsnähe, Authenizität und eine gerechte filmische Porträtierung dieser mutigen Männer stehen klar im Fokus. Zuweilen artet es zwar etwas arg ins pathetische aus und die Sentimentalität wird schon beinahe unangenehm, doch der Rest ist ausgezeichnetes, intensives Gefühlskino, bei dem vor allem die liebgewonnenen Personen und deren tragische Schicksale eine große Rolle spielen.

 

 Ok, der Film kommt aus Korea. Der Regisseur ist aus Korea. Die Macher sind aus Korea. Ja selbst die Drachen sind koreanischer Abstammung. Doch was die Umsetzung des Streifens selbst betrifft, so lässt nicht mehr viel an die fernöstliche Herkunft erinnern. Zwar ist die unverkennbar auf westliche Maßstäbe gefertigte Inszenierung gewollt, um einen breiteren Absatzmarkt zu erreichen, doch zu welchem Preis. Würde der Film mehr auf traditionelle Elemente bauen und nicht versuchen zwanghaft massentauglich zu sein, dann wäre das Endprodukt aller Wahrscheinlichkeit nach zufriedenstellender ausgefallen. Solch ein krudes Zusammengewürfel von verschiedenen Filmen und Stilelementen ist mir selten untergekommen. Vor allem Godzilla schien wohl Vorbild zu stehen, denn ganze Szenen aus Emmerichs Werk sind in “Dragon Wars” übernommen worden. Die reptilienartigen Wesen ähneln genauso ihrem Ur-Japanischen monströsen Vorbild, wie die Raketen-Kröten und allerlei andere Figuren an das Warhammer Universum. Ok, würde man diese miese Plagiatmache als alleinigen Grund nehmen, den Film zu zerreißen, wäre das ungerecht. Aber die letzten Zweifel genau dies zu tun, verschwinden spätestens nach vernehmen der schrottigen Dialoge, unterirdischen Darstellerleistungen und der hanebüchenen Storyline. Für was bitte schön wurden da 70 Millionen ausgegeben.

Die sind wohl zu 99% für die Effekte drauf gegangen, einer der wenigen Pluspunkte des Filmes. Die Animationen der Fantasiewesen und Schlachtenszenen sind atemberaubend visualisiert worden und bieten einige Hingucker. Aber Optik allein reicht dann eben doch nicht für einen guten Film. Ich empfehle dabei aber die Stellungnahme des Regisseur, welches im Bonusmaterial der DVD zu finden ist. Verfolgt man seine Ausführungen und erfährt, mit welchem Herzblut und Enthusiamus der ehemalige Komiker an die Sache heran gegangen ist und keine Mühen oder Anstrengungen scheute das Projekt durchzusetzen, kann man durchaus einen kleinen Symapthiebonus einfließen lassen. Aber schlussendlich bleibt “D-Wars” dann abgesehen von seiner feinen Tricktechnik leider doch nur Big Budget Trash in Reinkultur.

 

Neutrale und ehrliche Studie über die derzeitige politische Lage in den USA. Robert Redford schafft mit Hilfe seiner drei Erzählebenen und ohne größere Effekthascherei ein klares politisches Statement, welches nicht aufzeigt, wer Sieger oder Verlierer ist, sondern schlicht aufmerksam darauf macht, in wie weit sich das Handeln des Bush-Regimes auf die einzelnen Teile der Bevökerung auswirkt. Unnötigerweise wirkt der Handlungsstrang rund um die beiden ehemaligen Studenten zu sehr pathetisch und mit dem schwingenden Hammer der Moral und Aufrichtigkeit inszeniert. Die Authenzität schwindet dabei zusehends hinfort und der unnötig auf dramatisch und herzergreifend konstruierte Schluss lassen die Neutralität dann doch kurz in Frage stellen. Dennoch hat Redford hier gute Arbeit geleistet und hinterlässt ein zwar kurzweiliges aber dennoch keineswegs einfältig agierendes Gesamtwerk, das zuweilen zwar etwas naiv an manche Teilbereiche herangeht, aber nichtsdestotrotz ehrliche und, so weit wie möglich, realitätsnahe Unterhaltung bietet.

 

Hoch interessante Geschichtsstunde über die McCarthy Ära und die damit verbundene Kommunistenhatz. Eine Zeit, in der die Bevölkerung von ihrer eigenen Regierung terrorisiert und verfolgt wurde und unzählige Leben durch Verleumdungen und sinnfreie Anschuldigungen zerstört wurden. Klasse Kamera und eine schlichte, aber dennoch ergreifende schwarz-weiß Bebilderung lassen die 50er Jahre gleichermaßen wieder aufleben, wie die stets zur Zigarette greifenden Darsteller und berühmt -berüchtigten Seitenscheitel auf den Köpfen der männlichen Protagonisten. Es tut gut, fernab vom neumodischen, weichgespülten Hollywood wieder zu sehen, wie die Männer und Frauen auf der Leinwand ihren schädlichen Lastern nachgehen, um sich hemungslos dem Tabak- oder Alkoholgenuss hinzugeben. Die Person Edward R. Murrow war und ist nicht nur wegen seines Schlagabtausches mit McCarthy zu Recht eine der Ikonen der amerikanischen Fernseh- und Nachrichtengeschichte und wird seinem renommierten Ruf entsprechend hervorragend in Szene gesetzt, David Strathairns engagierte Darstellung ist wahrlich oscarverdächtig. Negativ ist nur anzumerken, das Clooney den Zuschauer von Beginn an ins eiskalte Wasser wirkt und es diesem mit mangelnd vorhandenem Hintergrundwissen erschwert wird, allen Dialogen und ihren damals aktuellen Bezügen so recht Folge leisten zu können. Ungeachtet dessen grenzt es schon an Unfähigkeit von Seiten der Academy, dass dieses cineastische Meisterstück keine der begehrten Statuen mit nach Hause nehmen konnte.

 

 Sollte man den Film mit einem Wort beschrieben müssen: “Gäääääähhhhhnn” wäre der treffendste Ausdruck dafür. Natürlich ist der kubricksche düster-visionäre Stil genauso beeindruckend, wie die üblichen technischen Spielereien von Spielberg. Weichzeichner und Überblendeffkte verleihen dem Film ein passend künstliches Antlitz. Und der philosphische Denkansatz von wegen “menschlich agierendes” Roboterkind und die damit verbundenen moralischen Fragen und Auswirkungen auf dessen Psyche ist sehr interessant, doch die schnarchnasige Umsetzung macht aus dem guten Äußerem einen visuellen Blender. A.I. will ein modernes Märchen sein, welches sich vom Grundkonzept auch als ein solches bennen kann, doch die fehlende Dynamik und ermüdend lahme Erzählweise lassen die 140 Minuten, vor allem gen Ende, zu einer Qual verkommen. Ich habe sicherlich nichts gegen “langsame” Filme, im Gegenteil, doch A.I. ist da einfach zu viel des guten. Der übetrieben auf die Tränendrüse drückende Schluss setzt dem ganzen dann noch die Krone auf. Hätte Kubrick den Film gemacht, dann wäre da wohl ohne Frage etwas besseres bei rausgekommen.
…dabei sind 0,5 Punkte “Teddy” zu verdanken, so ein Spielzeug würde ich mir sogar heute noch wünschen, einfach knuffig der Kleine.

 

Posted by: The-Duke | Juli 5, 2008

Sonstiges: Ich bin wieder hier…

in meinem Revier. So gut singen wie “Westernhagen” kann ich zwar nicht, dennoch fand ich den Satz passend :) . Keine Arbeiten mehr, nur nen kleines Referat, kein Lernstress und ängstliches Bammeln bei der Klausurrückgabe, all das gehört jetzt ersteinmal für lange Zeit der Vergangenheit an. Für mich heißt das nun, endlich wieder genügend Zeit für die Page und zum Texten sinnvoller Beiträge zu haben und euch somit wieder einen interessanten und informativen Einblick in meine kleine Filmwelt gewährleisten zu können.

Posted by: The-Duke | Juni 17, 2008

Eine Bekanntgabe…

Da ich jetzt noch drei Wochen vollgepackt mit diversen Schularbeiten vor mir habe, die auf mein Zeugnis noch maßgeblichen Einfluss haben werden, muss ich an dieser Stelle leider sagen, dass in diesem Zeitraum wohl nicht sehr viele Artikel auf der Page werden veröffentlicht können. Wenn ich es einrichten kann und die Gelegenheit da ist, etwas zu tippseln, wird etwas neues kommen, versprechen kann ich es aber leider nicht. Nach den drei Wochen geht es dann gewohnt weiter, kein Schulstress mehr, Ferien usw. Ich hoffe auf euer Verständniss :) .

Gruß, Rico.

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