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DVD-Kritik: „Training Day“ (USA/Australien 2001)

Juli 9, 2007

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Training Day

Was passiert, wenn sich ein Polizist selber gegen das Gesetz stellt? Die Antwort ist ganz einfach. Solange dies so ist oder vielleicht auch andere bedeutende Hintermänner involviert sind herrscht das pure Chaos und der Betreffende ist außer Kontrolle der Obrigkeit. Das klingt phantastisch? Hach, schön wäre es. Doch die Realität spiegelt es leider anders wider. Wer kennt sie nicht, die täglichen Berichte aus Übersee über korrupte Polizeibeamte und unnötige Gewaltanwendungen, ausgeführt von Ordnungshütern, welche beauftragt sind die Gesellschaft vor Gewalt, Drogen und allerlei anderen schlimmen Sachen zu bewahren. Wie erschüttert zeigen sich die Menschen, angesichts dieses Vertrauensmissbrauchs. Sollten diese Leute nicht Vorbilder sein? Die Verantwortlichen sind sich dessen durchaus bewusst und keiner vermag zu wissen, wie viele solcher Fälle von den Departments verschwiegen werden. Sei es um das Gesicht der Täter zu wahren, die Menschen nicht damit zu belasten oder einfach nur um selber nicht in die Kritik zu geraten. Korruption ist ein Thema, welches uns tagtäglich in den Medien begegnet, doch für uns meist weit entfernt in anderen Ländern. Aber was ist mit den Menschen dort? Sie erleben dies Tag für Tag und viele leiden darunter. Doch gibt es aber auch das genaue Gegenteil, nämlich Polizisten, welche ihren Beruf gewählt haben, um für Prinzipien wie Gerechtigkeit einzustehen. Sie versuchen gutes zu tun und dabei so weit wie möglich den Verlockungen und Versuchungen zu widerstehen. Und von genau diesen beiden grundverschiedenen Charakteren handelt „Training Day“.

Jack Hoyt hat seinen ersten Arbeitstag als Undercover Cop. Sein neuer Vorgesetzter ist der berühmte Alonzo Harris. Jack ist begeistert davon, solch eine Legende als Lehrer zu haben. Doch schnell folgt die Ernücheterung. Getreu seinem Motto „Nur wenn du selbst ein Wolf bist, kannst du einen Wolf fangen, versteht Alonzo das Gesetz auf seine eigene Weise. Zusammen mit seiner aus korrupten Beamten bestehenden Bande unternimmt er regelmäßig Aktionen, welche nicht selten in starkem Maße gegen die Vorschriften verstoßen. . Immer tiefer versinkt Jack in Alonzos Machenschaften. Als die Situation zu eskalieren droht muss Jake sich entscheiden. Steht er für seine Prinzipien – das Recht zu schützen -ein oder erliegt er den ungeahnten Möglichkeiten, welche sich einem Mitglied in Harris Truppe ergeben.

Denzel Washington hat für die brillante Darstellung des Alonzo den Oskac auf jeden Fall verdient. Völlig anders als seine vorherigen Rollen, wo er stets als der gerechte Held/ Cop auftrat, musste sich das Publikum diesmal nun auf einen Bösewicht einstellen, welcher so undurchschaubar wie kein anderer ist. Die ganze Zeit über, machte ich mir immer wieder Gedanken, vielleicht ist er gar nicht so böse oder ist sein Verhalten einfach die logische Folge des Arbeitens auf der Strasse. Tagtäglich den schlimmsten Verbrechen ausgesetzt und zusehend, wie die meisten ungesühnt bleiben. Um da überleben zu können muss man dann solch ein Leben führen? Auch die Tatsache, dass er stets für die Familien anderer gesorgt habe, tat meiner Verwirrung keinerlei Abbruch. Doch Alonzo offenbart nach und nach sein wahres Gesicht, welches pure Habgier, Egoismus und Selbstüberschätzung beinhaltet. Früher selbst mit solchen Idealen wie Jake ausgestattet, ist nun nicht mehr viel davon übrig geblieben.

Wer denkt, Ethan Hawke steht in seiner Leistung der von Denzel nach, der irrt sich. Sein Charakter ist in seiner Darstellungsweise mindestens ebenbürtig und es entwickelt sich im Laufe der Handlung ein merklicher Zwiespalt zwischen den beiden, welcher später in blinden Hass gegen Alonzos Seite umschlägt. Hawke, gehört seit seiner beeindruckenden Leistung in „Gattaca“ zu meinen Favorites unter den männlichen Darstellern.

Was ich als besonders erwähnenswert empfinde, ist die hervorragende Kamerarbeit von Mauro Fiore und die passend eingesetzten Stilmittel, welche z.B. bei Jakes Drogentrip hervoragend zur Geltung kommen. Tolle, kraftvolle Bilder vermitteln eine derart starke Darstellung der Geschehnisse, sodass die Zuschauer mit den Charakteren und diesem für beide ereignisreichen Tag richtiggehend mitfiebern.

Antoine Fuqua(The Replacement Killers), welcher früher hauptsählich Musikvideos drehte, ist mit diesem Film ein kleines Meisterwerk gelungen. Er schafft es, das wahre Los Angeles fernab von verfremdeten Berichten und Postkartenbildern so darzustellen, wie es wirklich ist. Die Viertel werden von Gangs beherrscht, viele Polizisten und Leute der höchsten Führungsebene sind korrupt. Diese Intensität ist sicherlich auch darauf zurückzuführen, dass er richtige Gangmitglieder in seinen Film einband, welche zu dieser Realitätsnähe einen großen Teil beitrugen.

Auch die Idee, dass sich die gesamte Story an einem einzigem Tag von Morgengrauen bis Mitternacht abspielt, ist Fuqua hervorragend gelungen und trägt zu der Atmosphäre des Films merklich bei.

Zudem war ich durchaus sehr positiv von den schauspielerischen Leistungen Snoop Dogs und Macy Grays überrascht. Beide spielten ihre Rollen sehr glaubhaft und allen voran Macy ist in ihrer Rolle als „Ghettoprinzessin“ einfach nur herrlich anzuschauen.


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2 Kommentare leave one →
  1. April 23, 2008 6:46 pm

    Heyhey Rico,
    Also…du weist ja das du mein Absoluter Lieblingskritiker bist, dennoch…in diesem fall bin ich nciht deiner meinung
    ich finde den Film Training Day…weniger toll^^ Vielleicht liegt es daran das ich keinen der Hauptdarsteller mag…hmm…naja…´
    Egal…mach weiter so und hau rein
    El Mariachi Ent Lebt auf xD Yeeeeehaaaaaw!!!!

Trackbacks

  1. Street Kings « isinesunshine

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