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Kurz reingeschaut: „Troja Director´s Cut“ (USA 2004)

April 21, 2008

Menelaos, König von Sparta, schließt seine Friedensbemühungen mit dem trojanischen Reich erfolgreich ab. Doch während der Verhandlungen, verlieben sich dessen Frau Helena (Diane Kruger) und Prinz Paris (Orlando Bloom) ineinander. Unbeachtet des Abkommes nimmt er diese mit in sein Heimatland und setzt damit das Schicksal seines gesamten Volkes aufs Spiel. Denn Agamemnon, König der griechischen Nationen, ist nun, mit dem Vorwand seinem Bruder die Frau zurückzubringen, die Möglichkeit gegeben jene Nation anzugreifen, welche Jahrhunderte lang allen Belagerungen stand hielt. Dabei greift er auf die Dienste des ebenso schwertgewandten wie auch eigensinnigen Achilles (Brad Pitt) zurück, dessen einziger Beweggrund ist in diesen Krieg zu ziehen, der ist, mit seinem Namen endgültig in die Geschichte einzugehen…

Was damals im Kino zu den wohl größten Kritikpunkten des Filmes gehörte, nämlich die zu sehr auf Hochglanz polierte Optik und das blitzblanke Sauber-Image, nahm sich Wolfgang Petersen anlässlich seines genehmigten Director´s Cuts und der Verbesserung Willen, genau diesen beiden Dingen in besonders starkem Maße an. Zusätzlich erweiterte er dabei den Einblick in die gewissermaßen leidlich unsympathische Person des Achilles.

Wohl mit der Absicht, dass man Charakter und Handeln besser verstehen möge. Nun, all diese Neuerungen sind jedenfalls äußerst sinnvoller Natur und verleihen dem Streifen im Endeffekt ein deutlich runderes Antlitz, als es noch beim Kinocut der Fall war. Doch alte Probleme blieben leider die gleichen. So etwa die fehlende Präsenz und Ausdrucksstärke von Brad Pitts filmischem Ego. Der Vergleich zu Mel Gibson (Braveheart) oder Russel Crowe (Gladiator) muss unweigerlich gezogen werden, sind sich doch diese Titel in ihrer Machart nicht arg unähnlich. Dabei aber, zieht der Blondschopf eindeutig den kürzeren. Petersen verzehrt sich dabei an detaillierten Aufnahmen Pitts, zugegebener Maßen makellosen, Adonis gleichen Körper, anstatt aber lieber die Charakterzeichnung weiter voranzutreiben und hätte vielleicht gut damit getan seinem Protagonisten einmal deutlich zuzureden, einen etwas weniger einsilbigen Gesichtsaufdruck aufzulegen.

Mimiken und Gestiken kochen bei Brad Pitts Darstellung nämlich auf Sparflamme, keine gefühlsbetonte Regung scheint diesem Mann inne zu wohnen. Somit bleibt die emotionale Ebene, trotz der vielen Erweiterungen, immer noch weit hinter obig genannten Heroen zurück und lässt den gut gewählten Nebencast zur eigentlichen Identifikationsperson verkommen. Den Schlachtenszenen sind die erweiterten Sequenzen am ehesten zu Gute gekommen und bieten dem Zuschauer nun ein deutlich realitätsnaheres Schauspiel als noch zuvor. Blut, abgetrennte Gliedmaßen und tiefe Wunden, sicherlich macht das allein noch keinen guten Film, doch als deutliche qualitative Verbesserung des Rests, ist es hierbei allemal sinnvoll. Was die Story anbelangt, so verläuft diese für jene, welche Homers Schrift schon kennen, natürlich ohne große Überraschungen und aber auch für alle anderen werden die Geschehnisse gleichermaßen nicht erheblich unvorhergesehener erscheinen.

Man bekommt mit „Troja“ eben typisches Popcorn-Kino präsentiert, da zählt erfahrungsmäß nun einmal die Optik mehr als die inhaltliche Substanz. Troja ist gewiss kein schlechter „Historienfilm“ hinkt aber seinen neuzeitlichen Genrevertretern sowie Klassikern der Marke „Ben Hurs“ in Sachen Tiefe und Charaktere deutlich hinterher.

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