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Kurz reingeschaut: „Riddick – Chroniken eines Kriegers“ (USA 2004)

Mai 11, 2008

Die Necromonger sind ein fanatisches Volk, auf dem Weg zum sagenumwobenen Underworth. Bis sie es erreicht haben, erobern und zerstören sie alle Planeten, auf welche sie im Laufe ihrer Pilgerfahrt treffen. Nur ein Mann scheint sie aufhalten zu können. Riddick, ein Mann ohne Moral, ohne Gnade und Gewissen. Ein Killer der Superlative, vor dem selbst der Mächtigste aller Necromonger Angst zu haben scheint…

Gute Sci-Fi-Filme gibt es wie Sand am Meer. Zwar wirkt so mancher Klassiker angesichts heutiger Genre-Vertreter etwas angestaubt und altmodisch, doch nur wenige dieser neuzeitlichen Produktionen können mit demselben „Feeling“ aufwarten, welche die Faszination ihrer Vorgänger heutzutage in vielerlei Hinsicht begründet. Dieses Schicksal teilen auch die Chroniken Riddicks, ein Film voller Effekte Overkill, heißen Fights und einem knallharten Titelhelden. Also eigentlich fast schon mehr Action, als klassisches Sci-Fi- Kino.

Als Nachfolger des gelungenen Pitch Black waren die Erwartungen zweifelsohne hoch, eine Hürde, welche dem Sequel schon früh ein wenig das Genick bricht. So setzt „Riddick“ unverkennbar die alten Stärken fort, versucht sich dabei aber zu sehr an der Strategie„Klasse statt Masse“. Eine gigantische Bilderflut stürzt auf einen herein und so visuell gelungen die Special Effekts auch sein mögen, ihre unverkennbare Computerherkunft wird leider viel zu oft deutlich. Dann und wann fühlt man sich eher an ein Videospiel erinnert, denn an einen Film. Einerseits ein Fluch, bietet diese Arbeit aber den Vorteil äußert ansehnliche Welten und Settings zu erschaffen. Die visuelle Struktur des Filmes ist ein Genuss, die Vielfalt des Universums in Form der unterschiedlichsten Planeten und Charaktere, ist stets aufs neue zu entdecken. Gelungene Schauwerte gibt es zu Hauff. Aber dies ist wohl ein kläglicher Versuch der Macher, um über die Mängel in ihrem Drehbuch hinwegzutäuschen. Klischeebeladene Charaktere und eine wirre Storyline trüben dabei das Gesamtbild erheblich.

Aufgeworfene Fragen werden nicht beantwortet, der Handlungsstrang der Elementis verläuft ins Leere und allerlei Situationen wirken unlogisch, unbedacht und schon beinahe unfreiwillig amüsant in ihrer Inszenierung. Die arme Dame Judi Dench verkommt zu einem wehrlosen, blassen Werkzeug inmitten dieses Wirrwarrs und erlangt keinerlei Gelegenheit ihr Können auszuspielen. Angesichts ihrer, so möchte man meinen, nicht unwichtige Rolle sei dies bei einer durchdachteren Handhabe, aber durchaus möglich gewesen. Auch die, auf das heutige, vor allem jugendliche, Zielpublikum ausgerichtete, blutleere Gewaltdarstellung fügt dabei ihr übriges dazu, um den Filmgenuss zu schmälern. In den entscheidenden Szenen wird stets weggeblendet. Zusätzlich wird das filmische Klischee des intriganten, machthungrigen Biestes in der Rolle von Thandie Newton vollends erfüllt und überhaupt, besitzen die Charaktere keinerlei Raum, Reaktionen oder Handlungen entgegen ihres festgesetzten Schwarz-Weiß Musters ausführen zu können. Auf der einen Seite die fanatischen Necromonger, auf der anderen die unschuldigen Völker bzw. die versucht, als verrucht darzustellenden Strafgefangenen. Das Vorhaben, Riddick und seinesgleichen diesem zu entnehmen, schlägt leider fehl. Ferner besitzt Vin Diesel dabei allein schon gar nicht die schauspielerischen Fähigkeiten, um ambivalente Persönlichkeiten glaubwürdig darstellen zu können.

Den restlichen Job als brutaler, muskelbepackter Superkiller hingegen erfüllt er tadellos. So kann man im Endeffekt also sagen, dass Riddick ein optisch sehr ansprechendes Filmvergnügen, mit zahlreichen gut choreographierten Kämpfen, bietet, bei welchem es jedoch eben in der Tiefe gewaltig hapert. Man sollte denken können, dass auch entgegen eines solchen „Hau-Drauf-Films“ die Story nicht derartig brüchig daher kommen muss, wie die Knochen von Riddicks Opfern. Spaß macht es trotzdem, wenngleich man eben seine intellektuellen Ansprüche arg herunterschrauben muss.

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3 Kommentare leave one →
  1. isinesunshine permalink
    Mai 13, 2008 9:27 pm

    Auf der Bewertungsskala ist ein (unausgefüllter) Stern zu viel… 😛 😉

  2. The-Duke permalink*
    Mai 14, 2008 7:07 pm

    Oh stimmt, danke Isis 🙂 . Da war mein Finger mit dem Paste drücken wohl schneller als gedacht 😉 .

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  1. TV-Tipps für die 21. Kalenderwoche (19.05.-25.05.2008) « Alles über Filme, Kino und DVDs

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