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Kurz reingeschaut: „Pathfinder“ (Kanada/USA 2007)

Mai 21, 2008

Vor 15 Jahren trafen Wikinger auf das amerikanische Festland und ließen einen kleinen Jungen zurück. Diesem nimmt sich der ansässige Indianerstamm an und erzieht ihn als einen ihresgleichen. Nun aber, sind die Schlächter aus dem Norden zurückgekehrt und mit ihnen Mord und Totschlag. Nur, der mittlerweile zu einem Mann herangewachsene Fremdling kann sein Ziehvolk jetzt noch retten…

Mensch, was für eine Zeitverschwendung. Marcus Nispel versucht sich ganz dem Stile des „13. Kriegers“ an einer harten Wikingergeschichte. Erzählungen zu Folge, sollen diese rauen Gesellen noch vor Columbus Amerika erreicht haben. Eine mögliche Konfrontation mit dessen Ureinwohnern, den Indianern, ist das Thema seines jüngst verbrochenen „Pathfinder“. Der ehemalige Videoclip-Regisseur versaute bereits zuvor schon sein Remake von Tobe Hoopers Klassiker „The Texas Chainsaw Massacre“ und auch jetzt, scheint er nichts dazugelernt zu haben. Man darf dem Film schon vorab mindest zu Gute halten, dass Kulissen und Setting sehr atmosphärisch geraten sind. Geheimnisvoll und düster geben sich Wälder sowie Berge wieder.

Selbst die Kostüme der Nordmänner sind sehr gelungen und recht authentisch angefertigt. Aber das war es auch schon wieder, denn den Rest kann man getrost als filmischen Abfall bezeichnen. So sehr die Geschichte auch ihren Reiz haben mag, gelingt es Nispel nicht den Zuschauer zu fesseln. Die fehlende Dynamik und Schnittigkeit des Gezeigten, sind dabei noch das kleinste Problem. Gröbste Kamera und Schnittfehler, langweilige, da eintönige Kampfszenen, billigste CGI-Effekte und ein überforderter Karl Urban als Hauptdarsteller – also so ziemlich alles was man falsch machen kann, ist eingetreten. Ferner scheint der gute Herr Nispel Fan von Zeitlupenanimationen zu sein. Was in beispielsweise „300“ noch sehr stylisch herüberkam, wirkt in Pathfinder einfach nur ermüdend.

Trotz der kurzen Laufzeit zieht sich der Verlauf der Geschichte wie ein Kaugummi und scheint kein Ende zu nehmen. Selbst vor dümmlichen Dialogen ist man nicht gefeit. Verfolgend, was manche Protagonisten bisweilen von sich geben, kommt man an einem unfreiwilligen Lachen nicht umhin. Das schlimmste dabei ist aber, dass sich der Film selbst bierernst nimmt – grimmige Gesichter von hin man schaut. Humor sucht man vergebens. Dazu gesellen sich noch die jedes gängige Klischee erfüllenden Charaktere und ein vergeigter Filmabend ist garantiert. Was Nispel hier abliefert, ist ein Machwerk übelster handwerklicher Unfähigkeit. Lieber wieder zum altbewährten „Der 13. Krieger“ greifen, denn John Mc Tiernan verstand es wenigstens eine solch interessante Geschichte ansprechend in bewegte Bilder umzusetzen. Brutalität allein reicht dann eben doch nicht.

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