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Kurz reingeschaut: „…und dann kam Polly“ (USA 2004)

Juni 4, 2008

Ruben (Ben Stiller) glaubt alles zu haben. Einen tollen Job, eine wunderschöne Ehefrau und nach der geglückten Hochzeit Flitterwochen in einem traumhaften Badeparadies. Doch leider scheint seine Angetraute nicht so zu denken und hüpft schon nach wenigen Tagen mit dem Tauchlehrer ins Bett, pardon, in die Koje und Ruben darf die Heimreise alleine antreten. Nach anfänglicher Skepsis lässt er sich von Freund Sandy (Philip Seymour Hoffman) dazu überreden sich wieder für neues zu öffnen. Auf einer Kunstausstellung trifft er daraufhin die alte Schulbekannte Polly (Jennifer Aniston) wieder und es scheint, als habe er in ihr die geeignete Person gefunden, um über sein trauriges Ehe-Erlebnis hinüberzukommen. Aber schon nach dem ersten Date scheint klar, dass das Ganze in einem heillosen Wirrwarr aus Missgeschicken, Pannen, Peinlichkeiten und der ganz großen Liebe enden wird…


Ben Stiller ist derzeit im Komödienbereich ja einer der Filmlieferanten schlechthin, es vergeht kaum ein Jahr, in dem nicht mindestens ein neuer Streifen mit ihm die Produktionsschmieden verlässt. Nun, Beweis genug dafür, das seine Art Humor viele Fans besitzt. Und diese werden auch von Polly keineswegs enttäuscht werden. Zugegebenermaßen, ist es heutzutage schwer noch richtig gute Komödien herauszufiltern, die nicht nach dem gängigen Amerika liken Massenwareprinzip gefertigt wurden und somit oftmals dem sicheren Los geweiht sind, als schnöder Genreeinheitsbrei zu enden. Diesen Vorwurf kann man „Along came Polly“ jedoch keineswegs machen, ganz im Gegenteil.

Die Geschichte wird locker-leicht erzählt und wirkt bis auf ein, zwei Szenen niemals kitschig. Die amüsanten Situationen in die Tollpatsch Ruben stets aufs neue hineintappt sind einfach köstlich und bieten lang anhaltendes Lach-Futter für den Betrachter. Dabei wirken die Gags nicht unnötig aufgesetzt oder auf Krampf komm raus, nein, gerade die Alltäglichkeit bzw. die sichtlich anwendbare Verknüpfung mit der Realität macht den Reiz des Filmes aus. Es sind Missgeschicke die einem selbst immer und überall passieren können und einem im Falle persönlichen Schicksals mit Sicherheit die Schamesröte ins Gesicht laufen lassen werden. Wenngleich Stiller und Aniston sich natürlich perfekt ergänzen, so ist das Frettchen dann doch irgendwie der geheime Star des Ganzen. Auch wenn es schon traurig aussieht, wie es beinahe blind unversehens gegen jede Wand rennt, wird man doch unweigerlich zum lachen verleitet und findet auch das Gesamtbild betrachtend, stets aufs neue immer wieder etwas lustiges aus den Szenen heraus. Der Preis für den freakigsten, besten Freund geht jedoch ganz klar an Philipp Seymour Hoffmann.

Seine Rolle des selbstverliebten und eingebildeten ehemaligen One-Hit-Wonders ist einfach nur zum Totlachen. Und doch, ist er entgegen seinem Möchtegerngehabe irgendwie liebenswert in dem, wie er sich gibt. Man kann also freilich sagen, dass ganz egal, um welche Personen es sich im Film es auch handeln mag, sie stets auf ihre jeweilige Art nett und sympathisch erscheinen, so als wären sie komplett aus dem Leben gegriffen und nicht nur der Feder eines fantasiereichen Autors entsprungen. Ungeachtet ihrer Eigenheiten sind sie alle bezaubernde Individuen, denen man nach Möglichkeit gerne selbst einmal die Hand schütteln möchte. Somit kann man „Along came Polly“ also ohne weiteres jedem ans Herz legen, der wieder einmal mal herzhaft ablachen möchte oder eben einfach nur eine kurzweilige und komödiantische Unterhaltung sucht, um den tristen Alltag mal für 80 min zu vergessen.

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5 Kommentare leave one →
  1. Juni 6, 2008 4:54 pm

    Den sehe ich ein wenig anders als du.

    Mit Sicherheit ist Philipp Seymour Hoffmann einer der Lichtblicke des Films. Ansonsten ist „Along came Polly“ zwar stelllenweise amüsant, vernachlässigt aber den „intelligenten Witz“ an zu vielen Stellen zu Gunsten des einfach gestrickten „Fäkal-Humors“.

    Uns so verschenkt er einiges von dem Potential, welches mit den vorgestellten Charaktären, durchaus vorhanden gewesen wäre.

    In Punkten ausgedrückt: 5 Punkte, höchstens, vllt. sogar nur 4,5… 😉

  2. Juni 6, 2008 5:08 pm

    Ja, seh ich so ähnlich wie C.H.

    Aber das Basketballspiel ist herrlich: „Das wird´n Dreier!!!“ 😀

  3. Juni 6, 2008 5:41 pm

    Stimmt das Baskettballspiel ist ultra-lustig. „VERSENKT!“, bzw. im Original „RAINDROP!“… 😀

  4. Juni 6, 2008 7:25 pm

    Ja stimmt, das Spiel ist einfach nur göttlich 🙂 . Aber naja, was soll ich zu meiner Verteidigung sagen, seit langem war das mal wieder eine Komödie, wo ich herzhaft lachen konnte, auch wenn der intelligente Wortwitz natürlich fehlte. Aber auch wenns nicht der intelektuell höchste Anspruch war, so wurde ich bestens unterhalten. Und ich denke mal, mehr wollte „Polly“ auch nicht erreichen. Wer intelligenten Wortwitz haben möchte, der soll sich „Adaption“ anschauen, ist aber eben auch eine ganz andere Sparte Komödie 😉 .

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