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Kurz reingeschaut: „2001: Odyssee im Weltraum“ (GB 1968)

Juli 18, 2008

Kolossal, beeindruckend, ergreifend, atemberaubend, meisterhaft – angesichts dieses Kubrickschen Meisterstücks neigen sich die Superlativen schon nach kurzer Zeit dem Ende entgegen. Dieser Film ist Science Fiction in Reinkultur, nein, dieses Genre wurde für ihn erfunden. Trotz der geheimnisvollen und viele Fragen aufwerfenden Inszenierung kann man sich dem Gesehenen einfach nicht entziehen. Mancher einer mag den Film als Schlaftablette empfinden, denn freilich, die realitätsgetreue Darstellung der Leere und Stille des Alls, die langen, ausgedehnten, künstlerisch gestalteten, dialogleeren Aufnahmen und anspruchsvolle instrumentale musikalische Begleitung mögen sicherlich nicht jedermanns Sache sein. Aber jeder halbwegs cineastisch Interessierte sollte sich dem ohne Frage anstrengendem Film nicht verwehren. Schon in Anbetracht des Alters ist die Genialität und Schaffenskunst Kubricks zu jeder Sekunde bewundernswert und bereits der von unseren affigen Vorfahren handelnde Prolog ist in jeder Hinsicht grandios und bildet den perfekten Kontrast zum futuristischen Teil und der von Maschinen und hochmodernen Technik dominierten Epoche. Der Verbindungsschnitt beider Zeitalter schrieb Geschichte. Und fragen sich Betrachter von Finchers oder Lynchs Werken oftmals, wie sie das Gesehene nun eigentlich zu interpretieren haben, werden sie auch bei „2001“ wohl zu keiner schlüssigen, respektive allgemein gültigen Aussagen kommen – die letzten 25 Minuten gehören wohl zu dem verstörendsten und unverständlichsten, welches jemals seinen Weg auf Zelluloid gefunden hat. Was genau nun eigentlich auf dem Planeten vorgefallen sein mag, was dieses seltsame, metallische Gebilde wirklich war und was die letzte Szene allgemein zu bezwecken versuchte, dass weiß wohl bloß der Regisseur selbst. Zudem verleiht die nicht unproblematische Mensch-Maschine Beziehung dem ganzen eine gewichtige Aussage, inwiefern wir unser Handeln, unsere Existenz, ja, unsere Zukunft in die Neutronenhirne von künstlicher Intelligenz geben können, ohne dabei Gefahr zu laufen, selbst die Kontrolle zu verlieren.

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5 Kommentare leave one →
  1. Juli 18, 2008 7:15 pm

    Was genau nun eigentlich auf dem Planeten vorgefallen sein mag, was dieses seltsame, metallische Gebilde wirklich war und was die letzte Szene allgemein zu bezwecken versuchte, dass weiß wohl bloß der Regisseur selbst.

    Richtig, und vor Allem: Wir müssen es gar nicht wissen. (Obwohl diese Information ohne Zweifel interessant wäre). Der Zuschauer ist somit gezwungen, wie auch z.B. bei Lynch, seine eigenen Schlüsse zu ziehen. Anstrengend, aber nicht minder Reizvoll!

  2. Juli 19, 2008 10:35 am

    Da hast du vollkommen Recht, auch wenn wir es nicht „unbedingt“ wissen müssten, würde es doch so einige Fragen klären bzw. hätte es durchaus seinen Reiz mehr zu erfahren. Aber gerade diese interpretatorischen Ansätze, die ja in vielen Kubricks vorhanden sind, machen doch hinterher viel mehr Spaß, wenn man drüber nachdenken kann und die plausibelste Lösung nicht gleich auf dem Silbertablett serviert bekommt.

  3. Juli 21, 2008 5:30 pm

    Bezüglich der Interpretation habe ich mal eine Analyse irgendwo gelesen, die ich jetzt jedoch nicht mehr genauer wiedergeben kann. Soweit ich weiß wird ja nie auf dem Planeten gelandet, sondern das Portal durchquert und das Haus, die Alterung und Wiedergeburt bildet eher eine Metapher für den nächsten Schritt der Evolution. Ein Blick in den Roman, auf dem der Film basiert könnte hier Interessierten helfen. Ansonsten geb ich dir Recht – ein vollkommenes Meisterwerk 🙂

  4. Juli 28, 2008 7:03 pm

    Der ultimative und sehr schlüssige 2001 Link.

  5. Juli 30, 2008 1:01 pm

    Oha…vielen Dank. Das werde ich mir die Tage mal zu Gmüte führen, vielleicht sehe ich danach vieles klarer 🙂 .

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