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Filmkritik: „Mamma Mia!“ (USA/GB 2008)Film

August 10, 2008

Agnetha, Anni-Frid, Benny und Björn – vier magische Namen, die in die Musikgeschichte eingingen. Die Rede ist natürlich, wie sollte es auch anders sein, von ABBA, dem schwedischen Popexport, der die Welt mit seinen unvergesslichen Songs eroberte. Selbst nach deren Trennung wurde das Franchise fortgeführt, so etwa mit dem Musical „Mamma Mia“ das sich weltweit größter Beliebtheit erfreut. Und rückblickend auf die letzten 2 bis 3 Jahre, verwundert es anhand der in Mode gekommenen Musicaladaptionen für die Kinoleinwand nicht, dass auch dieses musikalische Bühnenstück seinen Weg in die großen Lichtspielhäuser fand. Die Stars sind aber diesmal nicht die „echten“ Musicalkünstler und nein, die Originale auch nicht, sondern so klanghafte Namen wie Meryl Streep, Pierce Brosnan, Colin Firth und Stellan Skarsgard. Allesamt Hollywoodprominenz, bei welchen man sich so ein wenig wundert, dass gerade eben jene in einem Musikfilm mitspielen wollten. Auch hinsichtlich der gesanglich hohen Anforderungen. Aber deren engagiertes und sehr selbstironisches Auftreten spricht im Grunde für sich – alle, so scheint es, hatten einen Heidenspaß beim Drehen.

Die Geschichte ist natürlich simpel gestrickt, bietet aber dennoch genügend Facetten für den einen oder anderen lustigen Zwischenfall und kommt überhaupt allgemein locker-leicht daher, was für ein Summermovie also genau die richtige Ausgangslage ist. Donna (Meryl Streep) ist allein erziehend, leitet ein Hotel und wohnt mitsamt ihrer Tochter auf einer griechischen Insel. Sophie (Amanda Seyfried) steht kurz vor ihrer geplanten Traumhochzeit und wünscht sich nichts sehnlicher, als von ihrem Vater vor den Traualtar geführt zu werden. Wenn es da nur nicht das Problem gäbe, das sie nicht weiß wer ihr leiblicher Daddy ist. Doch wies der Zufall will finden sich beim Stöbern in einem alten Tagebuch ihrer Mutter drei Namen. Drei Namen von Männern, mit denen Donna in der mehr oder weniger gleichen Zeitspanne Sex hatte. Ergo stehen genau diese Kerle als potentielle Erzeuger zur Auswahl. Somit lädt Sophie kurzerhand unter einem Vorwand die möglichen Kandidaten zu sich ein, natürlich unter dem Namen der Mutter versteht sich. Denn Sam (Pierce Brosnan), Harry (Colin Firth) und Bill (Stellan Skarsgard) ahnen noch nichts von ihrem langjährigem Vaterglück und der Trubel ist mit ihrem Erscheinen also vorprogrammiert….

Vorweg schon einmal: Mamma Mia ist sicherlich keine filmtechnische Offenbarung. Auf der handwerklichen Seite erwarten den Zuschauer keine besonders innovativen Ideen und auch keine stilistischen Besonderheiten abseits der gängigen Norm. Was den Zuschauer aber erwartet, ist einer der besten „Gute-Laune-Filme“ aller Zeiten. Wer den Kinosaal nicht mit einem breiten, heiteren Grinsen im Gesicht verlässt, der ist entweder absoluter Musicalhasser oder aber wurde von der übermächtigen Kitschkanone erschossen. Aber he, genau diese beiden Elemente machen den Streifen ja aus. Ferner liefern auf gesanglicher Ebene wirklich alle einen verdammt guten Job ab – auch den von vielen so gescholtene Pierce Brosnan fand ich ordentlich. Meryl Streep, die sicherlich den schwersten Job hatte, schließlich lagen die meisten und vor allem sehr schwierige Songs auf ihren Schultern, besticht durch ihr Heilloses Overacting, das zuweilen zwar etwas an die Nerven geht, man aber von ihr gewohnt ist, und dann aber doch irgendwie zu dem übertriebenem Rest passt. Amanda Seyfried hat vielleicht die beste Stimme von allen, und auch ihr Angetrauter Dominic Cooper alias Sky macht sich ganz gut – doch trotz aller Qualitäten, die alte Garde stielt den Jungen dann doch die Schau. Gegen deren Leinwandpräsenz ist eben kein Ankommen.

Allein wie sich die allesamt sichtlich in die Jahre gekommenen Darsteller selbst nicht mehr so ernst nehmen und einfach mal sprichwörtlich die „Sau“ rauslassen, ist unvergesslich. Doch einen großen, wenn nicht gar den größten Anteil überhaupt, haben dann aber doch die unvergesslichen ABBA Ohrwürmer, die im Film in ganz neuem Glanze erstrahlen. Bedingt durch die unterschiedlichen Interpreten von Originalgruppe, Musical und eben Kinofilm entstanden varianteneiche Neuinterpretationen, die eine erfreuliche Abwechslung bieten zum Altherbekannten. Auch wie dabei die Story mitsamt den Songtexten verwoben wurde und durch diese auch passend weiter- und ausgeführt wird, zeugt für Qualität in der Ausarbeitung des zwar vorhersehbaren, aber mitnichten langweiligen Drehbuchs. Im Hintergrund dann die malerische Küstenlandschaft Griechenlands mitsamt des strahlend blauen Meeres – ein wahrer Hingucker fürs Auge und nicht zu vergessen, ein Zufluchtsort für gebeutelte Zuschauerseelen.

„Mamma Mia“ ist wie Urlaub: kurzweilig, vergnügsam, erholsam und bei erfolgreichem Genuss ungemein stimmungshebend, wenn man sich denn mit Kitsch und dem ungebremsten Gute-Laune-Feeling anfreunden kann.

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5 Kommentare leave one →
  1. August 10, 2008 7:28 pm

    Schönes Review!

    Nach meinem Urlaub will ich den auch noch gucken 🙂

  2. August 10, 2008 7:36 pm

    Ich wurde dann scheinbar von der Kitschkanone getroffen. Fand die Streep unerträglich 😦

  3. August 11, 2008 12:40 pm

    @ Kaltduscher, danke 🙂
    Bin mal auf deine Eindrücke gespannt dann!

    und @Rudi, kann ich absolut verstehen, denn ich denke der Film ist so einer, an dem scheiden sich die Geister. Die einen mögen das kitschig-übertriebene, bzw. können sich damit abfinden, dem anderen stößt das sauer auf. Mir für gewöhnlich eigentlich auch, nur bei „Mamma Mia“ fand ichs einfach passend 😛

  4. August 11, 2008 7:31 pm

    @Rudi

    Word.

Trackbacks

  1. MoviezKult » Mamma Mia!

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