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TV-Tipps für die 34. Kalenderwoche (18.08 – 24.08.2008)

August 17, 2008

Montag, der 18.08.

23:15 Der Clou (SWR)

– Erstaunlich, wie oft der Film im TV ausgetrahlt wird und ich in trotzdem noch nie gesehen habe. Wird wohl aufgrund der späten Uhrzeit und dem frühen, arbeitsbedingten Aufstehen am nächsten Tag auch diesmal nix werden. Dennoch, diese Gaunerkomödie mit Robert Redford und Paul Newman in den Hauptrollen gilt als Genreklassiker sondersgleichen – sollte man also eigentlich gesehen haben. Naja, vielleicht wirds bei mir irgengendwann auch mal was.

Dienstag, der 19.08.

20:15 Shang-High Noon (Kabel1)

– Wenngleich ich Komödien im Bereich des altehrwürdigen Westernszenario sehr schätze, ergreife ich angesichts dieser trivial-geistlosen Kost dann doch lieber die Flucht. Jackie Chan und „Blondschopf“ Owen Wilson machen sich auf, die entführte Prinzessin Pei Pei (Lucy Liu) zu eretten und geraten dabei natürlich in so allerlei verzwickte Situationen. „Rush Hour“ im wilden Westen – was schon in der Moderne witzlos und einfach nur blöde ist, wird auch in der Cowboyversion nicht besser. Da vergnügt man sich bis halb elf dann lieber anderweitig, denn dann kommt:

22:30 Geboren am 4. Juli (WDR)

– Oliver Stones Name steht ja bekanntlich für kontroverses, politisches Kino. So schlägt auch sein nach „Platoon“ zweiter Ableger ins Vietnamkriegs-Szenario einen recht US-Regierungsfeindlichen Ton an. Ron Kovic (Tom Cruise) meldet sich freiwillig zum Kriegseinsatz, kommt jedoch als Krüppel wieder nach Hause. Sich von Vaterland und der Obrigkeit betrogen fühlend, wird er schon bald Schirmherr der Protestbewegung von Kriegsveteranen, um auf die missliche Lage der amerikanischen Soldaten in der grünen Hölle aufmerksam zu machen. Cruise agiert zwar grenzwertig zum Overacting, dennoch ist dies als eine seiner besten Leistungen zu verbuchen. In der Summe ergibt das tiefgreifendes und bewegendes Politkino mit originalgetreuem Hintergrund, denn den Herrn Kovic gab es wirklich.

23:30 Einer flog übers Kuckucksnest (SWR)

– Ist bisher auch noch einer der Klassiker, die ich noch nicht kenne, doch Jack Nichsolsons Leistung soll bis heute über allem erhaben sein. Doofe Sendezeit. Warum können die Sender nicht einmal was für die Bildung der Jugendlichen tun und anstatt von Auswander- und Hausumbaushows nichtmal was geistreiches zur Primetime bringen.

Mittwoch, der 20.08

22:55 Wie ein wilder Stier (RBB)

– Scorseses Selbstzertörungsdrama in Schwarz-Weiß Optik, mit einem Robert de Niro in der wohl schweißtreibendsten und körperlich anspruchsvollsten Rolle seiner langen Karriere. Die Verfilmung vom Aufstieg und tiefen Fall des Boxers Jake La Motta, ist für mich bis heute das beste, weil authentischste und ergreifendste, Sportlerdrama aller Zeiten.

Donnerstag, den 21.08.

20:15 Dungeons & Dragons (VOX)

– Was als Brettspiel sicherlich noch für viel Gaudi sorgt, so bewirkt es in bewegten Bildern das genaue Gegenteil. Was Jeremy Irons geritten haben mag, in diesem, in allen Belangen misslungenen Fantasyvehikel mitzumachen – ich weiß es nicht. Alleine schon der Name „Thora Birch“ sollte doch Bände sprechen. Lachhafte Effekte und die lächerliche Inszenierung lassen den Finger dann umso schneller wieder auf die Skiptaste der Fernbedienung tippen.

Freitag, den 22.08.

20:15 Million Dollar Baby (Pro7)

– Im Grunde mit 31 Jahren zu alt für eine Boxkarriere will es Maggie (Hilary Swank) dennoch wissen. Unter der erst wiederwilligen Fittiche von Frankie (Clint Eastwood) schafft sie entgegen allen Erwartungen den erträumten Sprung ins Profigeschäft und feiert einen Sieg nach den anderen. Was zuerst wie eine gutgelaunte, typische „Underdog wird Superstar“ Sportlergeschichte anmutet, wandelt sich spätestens in der zweiten Hälfte in ein einfühlsames Drama um Freundschaft, Loyalität und der Frage nach menschenwürdigem Leben. Was genau es dabei auf sich hat sollte man sich unbedingt ansehen. Denn diese mittige Storykehrtwende um 180° verändert nicht nur den ganzen Film, sondern auch sicherlich so manche Gedankenregungen der Zuschauer. Zu recht mit 4 Oscars prämiertes Meisterwerk von Regiehaudegen Clint Eastwood.

20:15 Perfect World (Tele5)

– Nochmal Eastwood hinter der Kamera und wieder einmal neben Kevin Costner auch vor der Linse zu finden. Butch (Kevin Costner) und Terry nehmen nach ihrem Gefängnisaufenthalt den kleinen Phillip als geisel. Als Terry für den 8 jährigen zur Gefahr wird bringt sein Partner ihn kurzerhand um und wird soetwas wie sein Vaterersatz. Unerbittlich gejagt von Polizeichef Garnett (Clint Eastwood) durchstreift das ungleiche Duo die Lande. Emotional, witzig, traurig, anrührend – die gesamte Gefühlpalette findet in diesem Film Verwendung und sorgt für unterhaltsame zwei Stunden. Bisweilen fehlt zwar so der richtige „Drive“ im Geschehen, aber den beiden liebenswerten Charakteren gelingt es stets aufs Neue, die Leerläufe passend zu überbrücken

22:20 Wild at Heart (Das Vierte)

– Roadmovie von David Lynch und mit Nicolas Cage und Laura dern vielversprechend besetzt. Kenne ich bis jetzt auch noch nicht, wird sich an dem Abend aber wohl ändern.

Samstag, den 23.08.

22:20 15 Minutes (Pro7)

– Anstrengeder Thriller der gerne eine Watsche für die Medien darstellen möchte, dieses Ziel aber arg verfehlt. Was bleibt, ist ein routinierter Robert de Niro, ein wie eh und je blasser Edward Burns als dessen Partner, aber dennoch Brutalität und Spannung bis zum Schluss. Die heimlichen Stars sind eh die ehemaligen osteuopäischen Strafgefangenen Oleg und Emil, deren krankes Vorgehen im Film schlicht faszinierend zu Beobachten ist. Morden und Plündern, um Ruhm und Reichtum zu erlangen, dass kann auch nur in den USA möglich sein.

Sonntag, den 24.08.

20:15 Walk the Line (RTL)

– James Mangolds Cash-Biopic über den wohl größten Countrykünstler unserer Zeit. Joaquin Phoenix und „Natürlich blond“ Reese Witherspoon singen ihre musikalischen Parts auf phanatstische Art und Weise selbst und auch der Rest des Films wird dem turbulenten Leben der prominenten Vorlage absolut gerecht. Klasse Songs, authentisch agierende Darsteller und eine mitreißende Story – wenn es um solcherlei Biopics geht, hat nur noch Taylor Hackfords „Ray“ die Nase vorne. Was der familiären Bereich und dessen Auswirkungen auf beider späteren Karrieren für eine große Rolle spielte, rückt in „Walk the Line“ bedauerlicherweise viel zu stark in den Hintergrund.

20:15 King Arthur (Pro7)

– Ambitioniertes Schlachtenkino, welches von der berühmten Artussage erzählt. Clive Owen ist souverän wie immer, Til Schweiger als Nordmann eine echte Lachnummer. Dunkel inszeniert, brutal und opulente Gefechte helfen dennoch nicht über das ausgelutschte Thema, inhaltsleere Gestaltung und die mangelnd gezeichneten Personen hinweg. Optisch ein Hingucker, doch zudem auch noch äußerst langatmig und zäh gefertigt. Für Fantasyschaulustige sicherlich einen Blick wert, der Rest schläft in der Mitte des Films ein.

23:35 Goodfellas – Drei Jahrzehnte in der Mafia (ARD)

– Ein weiteres von Scorseses Mafiaepen, die kurzweiligere Variante des Paten wenn man das so sagen kann. Wenngleich die beiden inhaltlich natürlich nichts vereint. Der Cast liest sich dabei hervorragend. Namen wie Joe Pesci, Hausdarsteller Robert de Niro und Ray Liotta bürgten zumindest damals noch für Qualität. Eine brillante Skizzierung des Mafiamilieus fernab jeder Klischees oder Voreingenommenheiten. Ferner ist der „Komisch-Dialog“ von Pesci natürlich Kult. Sollte man kennen den Film!

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3 Kommentare leave one →
  1. August 17, 2008 5:43 pm

    Was der familiären Bereich und dessen Auswirkungen auf beider späteren Karrieren für eine große Rolle spielte, rückt in “Walk the Line” bedauerlicherweise viel zu stark in den Hintergrund.

    Nun, das alles in einem einzigen Film zu thematiseren wäre wohl schwerlich möglich gewesen, von daher finde ich das zu Grunde liegende Konzept, mit der zeitlichen Einschränkung voll in Ordnung.

  2. August 18, 2008 7:23 pm

    Nun, aber in „Ray“ hat das ja auch funktioniert. Eine viertel Stunde mehr Laufzeit reingepackt und dabei eben ein wenig mehr auf Cashs familiäres Umfeld, vor allem in Kindertagen, eingegangen und schwupp, gäbe es an dem Film so gut wie nichts mehr zu bemängeln. So aber ziehe ich immer wieder gernd den Vergleich zur Ray Charles Biopic, die genau dieses Detail entsprechend ausgearbeitet hat.

  3. August 18, 2008 7:51 pm

    Ah, OK. Hab das falsch verstanden. Dachte du würdest mokieren, dass nicht noch intensiver auf die Zeit nach der Hochzeit von Cash und Carter und den danach folgenden Karrieren eingegangen worden ist. Deswegen mein Argument mit der Spielfilm-Länge 😉

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