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Shortie: Keinohrhasen

Dezember 4, 2008

keinohrhasenWo hin das Auge blickt, überall gibt es diese hässlichen Hasen ohne Ohren zu kaufen. Symbol des, wenn man sich so die Meinungen vieler anhört, besten deutschen Filmes der letzten Jahre überhaupt. Die Rede ist von, wie sollte es wohl anders sein, „Keinohrhasen“, einer Komödie von und mit Nuschelkönig Til Schweiger. Was wurde nicht für ein Aufhebens um den Film gemacht, jeder scheint ihn zu lieben. Witzig, realitätsnah und einfach nur toll soll er sein – nix da. Vielmehr hat dieser Müll das Prädikat „nutzlos“ verdient. Warum? Nun, Klischees am laufenden Band, eine nervtötende Musik, die bei jeder zweiten Szene bis zum Anschlag aufdreht wird und das Geschehen in seinem Gedröhne verschlucken lässt, eine hanebüchene und aufgesetzt inszenierte Liebesgeschichte mit noch unoriginelleren, da allseits bekannten Standard-Charakteren, witzlos, unnötig – eben eine typisch deutsche Komödie, welche weder unterhält noch sonst wie im entferntesten begeistern könnte. Ein Film, der vielleicht den Traum aller Mädchen von der großen Liebe reflektiert, dabei jedoch derartig realitätsfremd erscheint, dass es dem geneigten Cineasten ein Graus ist. Ein Beispiel mehr dafür, wie schlecht es um das deutsche Kino steht.

Bewertung: 0/10 Punkten

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15 Kommentare leave one →
  1. Dezember 4, 2008 4:52 pm

    Ehm….nein.

    Klischees am laufenden Band

    Die vieleicht etwas übertrieben sind, im Kern doch aber stimmen.

    eine nervtötende Musik, die bei jeder zweiten Szene bis zum Anschlag aufdreht wird und das Geschehen in seinem Gedröhne verschlucken lässt

    Ja, die Musik ist zu laut. Aber nein, sich ist nicht nervtötend, sondern bestens ausgesucht und passend zum Film.

    unoriginelleren, da allseits bekannten Standard-Charakteren

    Also ich fand Figuren wie Jürgen Vogel (also am Anfang), die Volksmusik-Heinis, den Taxifahrer, Bello oder den Chefredakteur alles andere als unoriginell.

    witzlos

    Humor ist so eine Sache. Also ich fands lustig – und das muss schon was heißen.

    dabei jedoch derartig realitätsfremd erscheint, dass es dem geneigten Cineasten ein Graus ist.

    Was hat jetzt die Realitätsnähe mit der Meinung der Cineasten zu tun? Und hey, es ist ein Film, wen interessiert das überhaupt sowas? 😀 Sieh KEINOHRHASEN als modernes Märchen, vielleicht wirst Du dann glücklicher 😀

    Ein Beispiel mehr dafür, wie schlecht es um das deutsche Kino steht

    Nach 3 Oscars bei 4 Nominierungen in der Sparte „Bester fremdsprachiger Film“ in den letzten sieben Jahren und unzähligen hervorragenden Produktionen von Regisseuren wie Christian Petzold (YELLA), Fatih Akin (GEGEN DIE WAND, AUF DER ANDEREN SEITE), Robert Thalheim (AM ENDE KOMMEN TOURISTEN), Marc Rothemund (SOPHIE SCHOLL), Hans Weingartner (Fetten Jahre Sind Vorbei) oder Wolfgang Becker (GOODBYE, LENIN) sowie kommerziellen Erfolgen von Filmen wie TRAUMSCHIFF SURPRISE, SCHUH DES MANITU, WILDEN KERLE etc pp finde ich, dass das dt. Kino wieder auf dem Vormarsch ist 😉

  2. Dezember 4, 2008 5:50 pm

    Naja ich weiß nicht. Ich hatte den Film damals in der ersten Woche der Kinoauswertung gesehen und war wirklich begeistert – und das ohne Hype und jegliches Vorwissen.

    Mir hat der Film deutlich besser gefallen, als z.B. jede Ami-Komödie in letzter Zeit. Die Musikauswahl fand ich sehr gelungen, ebenso wie den Humor. Allein Jürgen Vogels herrlich selbstironischer Auftritt zu Beginn ist schon grandios.

    Sicher lässt sich über Geschmack herrlich streiten, aber 0/10 Punkte finde ich schon sehr hart und zu bewusst gegen den medialen Hype gewettert.

  3. Dezember 4, 2008 8:07 pm

    Also bewusst habe ich nicht gegen den Hype gewettert, wüsste auch nicht warum. 🙂 Aber die Wertung spiegelt haargenau mein Empfinden bei der Sichtung wider. Natürlich gibt es genügend Abnehmer für den Film, find ich auch vollkommen ok, wer damit etwas anfangen kann, dann ist das doch sehr erfreulich. Aber mich hat der Film von Anfang bis Ende wirklich nur genervt. Mittlerweile kann ich wirklich sagen, dass ich mit einigen deutschen Filmen etwas anfangen kann, auch wenns meist welche aus der Vergangenheit sind. Doch das hier….ich hatte wirklich Mühe die Laufzeit durchzustehen, zu sehr hat mich das „mitgenommen“ 😀 . Jürgen Vogel, ok, der hat nen bissl was rausgehauen aber in der Summe half das bei mir nix mehr.

    @ Kaltduscher, ca. die Hälfte der von dir angesprochenen Filme mögen vielleicht erfolgreich gewesen sein, doch gut waren sie definitiv nicht. Mit meiner Aussage zielte ich auch weniger auf den Erfolg, der ja klar vorhanden ist, als auf die Qualität ab. Nen paar positive Ausreißer gab es in der jüngsten Zeit, stimmt, doch die waren wirklich eine Seltenheit wie ich finde 🙂 .

    Aber keine Sorge, ich will kein zweiter Vega werden, also bitte genehmigt mir auch mal so eine Nullnummer 😀 😀

  4. Dezember 4, 2008 8:25 pm

    Noch zu der Realitätsnähe. Ich bin sicherlich kein Verfechter der absoluten Glaubwürdigkeit, sehe auch gerne Filme die nicht unbedingt der gängigen Logik entsprechen müssen. Aber wie vorhersehbar das zum einen und zum anderen so…so…ja, einfach um es milde auszudrücken, „naiv“ daherkommt, das hat mich gestört. Liebeskomödien sind oftmals kitschig und etwas vorhersehbar, kein Ding, aber DAS war zuviel des guten. Für mich zumindest. In dieser Art und Weise.

  5. Dezember 4, 2008 8:29 pm

    Von den aufgezählten hatten die ersten Qualität und die letzteren natürlich nicht. Ich wollte nur aufzeigen, dass es gute Filme, andererseits aber auch kommerzielle Filme gibt.

  6. Dezember 4, 2008 8:34 pm

    Das dies in deinem Sinne war weiß ich 🙂 . Aber selbst bei den von dir genannten guten Filme, würde ich nur einem Teil diese Qualität zugestehen. Da sieht man mal wieder wie unterschiedlich Auffassungen doch sein können, aber finde ich irgendwie auch gut so. 🙂

  7. Dezember 4, 2008 10:19 pm

    Duke, ich fühle mit dir. Ein ganz und gar furchtbarer Film, der nur bei den Deutschen dermaßen erfolgreich sein kann. Da spricht es für sich, dass MANITU und (T)RAUMSCHIFF die erfolgreichsten deutschen Filme aller Zeiten sind. Ich habe damals im Kino kein einziges Mal gelacht, mein Kumpel neben mir auch nicht. Das einzig gute am Film ist die Nacktszene der Tschirner und selbst da werden noch ihre Zottelhaare vorgeschoben. Mir läuft es kalt den Rücken runter, wenn ich den Trailer zu 1 1/2 RITTER sehe, hier wird Schweiger die Meßlatte nochmal einige Kilometer tiefer legen.

    nervtötende Musik, die bei jeder zweiten Szene bis zum Anschlag aufdreht wird

    Grauenhaft! In der Tat, was für eine heuchlerische Arschrkriechmusik Schweiger hier rauslässt ist eine Frechheit.

  8. Dezember 4, 2008 10:42 pm

    Mir läuft es kalt den Rücken runter, wenn ich den Trailer zu 1 1/2 RITTER sehe

    Auf den freue ich mich, der Film ist insgeheim Schweigers Huldigung auf das B-Movie-Trash-Genre… :mrgreen:

  9. Dezember 4, 2008 10:57 pm

    Auf den freue ich mich, der Film ist insgeheim Schweigers Huldigung auf das B-Movie-Trash-Genre…

    Gegen den Film ist jeder 3.klassige Dolph-Lundgren-Schinken ein Meisterwerk, das es verdient angebetet zu werden. 😛

  10. papity permalink
    Dezember 5, 2008 11:31 am

    Prima! Mit den 0 Punkten bin ich persönlich sehr einverstanden. Political correctness ist sonst ja gut+nett, aber eben manchmal auch ein bißchen … feige? Not this time. Prima, wie gesagt.
    Das Für und Wider zum Machwerk, sorry: Film ist ausreichend diskutiert, und festzuhalten bleibt, dass ein sehr erfolgreicher Film deshalb noch lang kein guter ist, logisch (wofür es objektive Kriterien gibt, die halt nix mit Neigung, Geschmack oder Zeitgeist zutun haben). Belegbar auch der (wieder) zunehmende wirtschaftliche Erfolg etlicher deutscher Machw… ähm Filme, was trotzdem & wie gesagt kein Indiz für irgendeine ANDERE Qualität ist außer eben der wirtschaftlichen.
    Auch sehr trendy dauergenudelte sehr nette Poplale, in zielgruppenadäquater knackiger Lautheit (nicht etwa: Lautstärke) ins hibbelige Publikum gepumpt, spricht überhaupt nicht gegen dieses Werk, aber halt auch Nullkommanull dafür. Ging‘ es primär nach der Qualität der Musik, müßte das aktuelle … Dings von Frau Sanders-Brahms ein Meilenstein der Filmgeschichte sein, anstatt das, was es leider tatsächlich ist. Seufz.

    Drum ist dieser … Ohren-Film hier objektiv gesehen: Kacke. Ich mein‘ natürlich: irrelevanter Unfug. Sehr beliebter, wirtschaftlich sehr erfolgreicher irrelevanter Unfug, den man natürlich! mögen darf, der an manchen Tagen in manchen Momenten sogar irgendwie lustig ist (aber nicht: komisch oder witzig).
    Ich fand‘ ja damals sogar Wayne’s World an drei bis fünf Stellen lustig, eine sogar komisch: Alice Cooper, you know?, hätte aber nie behauptet, einen Film gesehen zu haben.
    Einen Film, der mich berührt, überrascht, verblüfft, hereinlegt, mich schockiert, bei den Glocken packt, mir tagelang nicht aus dem Kopf geht, die Tränen in die Augen treibt, auf den ich mich in der xten Wiederholung freue, den ich niemals wieder im Leben sehen möchte, wegen dem ich mir wenigstens ein paar Tage lang vornehme, ein anderes besseres Leben anzufangen.
    Die ganze deutsche Bully-Dörrie-Wenders-Filmwirtschaft hat damit nicht das Geringste zu schaffen. Friede ihrer Asche. Äh: Kohle. Ich mein‘ Knete. Filmförderknete. Pecunia non olet.

  11. Dezember 5, 2008 2:27 pm

    @ Rudi, oh ja, den Trailer habe ich mir nach dem „Filmgenuss“ auch noch gegeben. Das war dermaßen mies….ohne Worte. Aber verkaufen wird sich dieser Müll wohl trotzdem. Naja tiefer sinken kann Schweiger bei mir nun nicht mehr 🙂

    @ papity, viel Text 😀 , aber ich sage dazu einfach mal: WORD, ohne wenn und aber.

  12. Dezember 5, 2008 9:34 pm

    Ich mag die Herbigs und Schweigers auch nicht, ganz klar. Das sind Filme für Menschen, die sich auf die nächste Staffel Superflop, Heidis Barbiepüppchen oder Bauer sucht Inka Bause freuen. Die Masse an Menschen, die lediglich unterhalten werden möchte, denen künstlerische Aspekte völlig egal sind, die einem Marrokaner zujubeln weil er sich 45 Minuten im Kreis drehen und dabei Tücher durch die Luft wirbeln kann. Die eigentlich allem zujubeln, was ihnen vorgesetzt wird und nicht all zu anstrengend ist. Kein Problem solange die Schweigers und Herbigs genug Arsch in der Hose haben und einen Teil ihres Gewinns nicht nur für die Produktion ihres nächsten Massenquarks verwenden, sondern auch jungen ambitionierten Regisseuren Filme finanzieren. So funktioniert das normalerweise nicht nur im Filmgeschäft. Aber dafür müßte es erst einmal in Deutschland wieder so etwas wie eine Kinokultur geben, damit viel versprechende Schauspieler und Regisseure ihr Talent nicht im TV verheizen müssen. Was ist denn z.B.aus einem Jürgen Vogel geworden, mein Gott was hab ich gelacht, als er damals im P1 anmerkte, daß die 90 DM für die drei Tequilla die halbe Monatsmiete in GE-Erle seien. Was hatte der für eine außergewöhnliche Fresse. Selbst den kann man mittlerweile nicht mehr sehen. Aber von irgendwas muß ja auch er leben.

  13. papity permalink
    Dezember 6, 2008 11:38 am

    @ The-Duke on Dec 5

    Mercí, de nada 😉 Tut mir auch bißchen leid wg. der Bleiwüste. Aber hätt‘ ich nur geschrieben „Genau: Ohren-Film ist Kacke“, wären die zwangsläufig folgenden Stirnrunzler aber auch in jeder Hinsicht berechtigt …

  14. Dezember 6, 2008 3:22 pm

    Stimmt 🙂

Trackbacks

  1. Keinohrhasen (2007) « isinesunshine

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