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DVD-Kritik: „Irgendwann in Mexico“ (USA 2003)

Januar 23, 2009

irgendwanninmexico3Das war er also nun, der abschließende Teil von Robert Rodriguez Mariachi-Trilogie. „Irgendwann in Mexico“ ist ein Film mit ebenso vielen Höhen wie Tiefen, was dem Streifen schlussendlich den Garaus macht und den Erstling, „El Mariachi“ klar als besten Teil der Reihe gelten lässt. Fehler aus „Desperado“ wurden behoben, doch im gleichen Atemzug Unmengen Neuer begangen.

Dabei stand dem Regisseur dieses Mal ein wirklich erstklassiger Cast zur Verfügung. Johnny Depp, Willem Dafoe, Eva Mendes, Mickey Rourke und die altbekannten Antonio Banderas, Selma Hayek mitsamt den filmisch längst totgeglaubten Cheech Marin und Danny Trejo. Ja selbst Latinoschmachtfetzen Enrique Iglesias ist mit von der Partie.  Dennoch hat sich Rodriguez mit seiner illustren Riege etwas übernommen, viele der Beteiligten enden einzig als undankbares Beiwerk, als kümmerliche Randfiguren einer viel zu verworren konstruierten Geschichte, die sich selbst allzu wichtig nimmt.

El Mariachi (Antonio Banderas) hat sein Leben der Rache verschworen. CIA-Agent Sands (Johnny Depp) scheint ihm dabei gelegen zu kommen, denn dieser plant unter anderem einen Putsch gegen das mexikanische Staatsoberhaupt, wie auch die Stürzung eines sadistischen Drogenbarons (Willem Dafoe). Der Mariachi stimmt zu und zusammen mit zwei ehemaligen Weggefährten macht er sich auf zu einem bleihaltigen und todbringenden Streifzug. Doch auch die Polizistin Ajedrez (Eva Mendes), ein ehemaliger FBI-Agent und Ganove Billy  (Mickey Rourke) mischen munter mit…

All das erscheint mittlerweile etwas zu viel des Guten und bläst den ohnehin schon überfrachteten Plot zunehmend auf. Die Vergeudung zahlreicher hervorragender Darsteller wird vor allem an den Personen von Willem Dafoe und Mickey Rourke deutlich, da beide viel zu wenig Zeit vor der Kamera erlangen und dabei zusätzlich auch noch ungelenk und blass agieren. Schwergewichte wie Kassengarant Johnny Depp werden in einer jeden dritten Szene vor die Linse geführt und beleben das Geschehen zwar ungemein, lassen jedoch gleichzeitig infolge ihres Fehlens eine gewisse Leere zurück, die die anderen Darsteller nicht zu füllen vermögen. Gerade die Präsenz von Depp und seines skurrilen Charakters ist eine gewaltige Stütze des Filmes.

Zumindest wurde dieses Mal gesteigerter Wert darauf gelegt, die in „Desperado“ begonnene Narration möglichst stringent weiterzuführen, sodass ein solch krudes erzählerisches Erscheinungsbild dem Zuschauer nunmehr erspart blieb. Auch was die Abwechslung und das innere Gefüge anbelangt, so wirkt dies nun weitaus ausgewogener und in sich stimmiger als noch im Part  zuvor. Die Actionsequenzen sind natürlich nach wie vor erstklassig inszeniert. Überstilisiert und übertrieben sorgen sie für das eine oder andere explosive Highlight, erinnern zeitweise gar an eine postmoderne Inszenierung Sergio Leone-typischer Westernelemente. Nichtsdestotrotz geht dem Geschehen streckenweise die Puste aus und plätschert bisweilen etwas vor sich hin, wenn es nicht gerade einmal kracht und scheppert. Das Prädikat „cool“ verdienen in jeden Fall zwei Szenen des Filmes, in denen, wie sollte es auch anders sein, der Johnny Depp wieder einmal allen die Schau stielt. Einmal sein Auftritt im Restaurant als er den Koch aufgrund des zu guten Essens erschießt und natürlich die beängstigend komische Situation gen Ende, als er sich blind seinen Peinigern auf der Straße stellt. Das ist nicht nur cool, das ist sogar ganz ausgezeichnet und bleibt mit Sicherheit als besonderes Detail des Streifens im Gedächtnis.

Das Fazit des Ganzen, respektive der Trilogie, lässt sich wohl wie folgt beschreiben: Typisch Rodriguez. Viel Style, viel Gore, viel nackte Haut und ganz besonders viel gute Musik. Ungeachtet der Schwächen aller drei Filme stellen sie dann doch ein gutes Gesamtwerk dar, welches absolut zu unterhalten weiß und jederzeit gerne wieder im heimischen DVD-Player willkommen ist.

Bewertung: 6/10 Punkten

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2 Kommentare leave one →
  1. Januar 23, 2009 11:02 pm

    Schön, dass es hier mal weiter geht. 🙂

  2. Januar 24, 2009 10:11 am

    Yep, das würde ich mal ähnlich sehen. Wirklich unterhaltsam, unter dem Strich aber doch viel Schwachsinn.

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