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Filmkritik: „Slayer – Die Vampirkiller“ (USA 2006)

Mai 26, 2009

Es mutet schon zu gehöriger Unverschämtheit an, was sich im allseits beliebten Horrorgenre in den letzten vergangenen paar Jahren so abspielte. Dilettantismus wohin das Auge reicht, Ideenlosigkeit gepaart mit schlichter Talentfreiheit seitens der Macher von so manch Filmen, die wohl niemals das Licht der Welt hätten erblicken sollen. Alleine schon des guten Geschmackes wegen. Beweis genug dafür, dass Originalität heutzutage ein Fremdwort zu sein scheint, welches sich auch hinsichtlich der unabbrechenden Welle von Remakes sein Bestehen rechtfertigt. Aber nun gut, ein Zustand, der wie es scheint, (noch) nicht zu Ende gehen will, ob es gefällt, oder eben nicht.

„Slayer – Die Vampirkiller“ reiht sich daraufhin folgend aufgrund seiner allseits beliebten und mittlerweile arg totgetretenen, da einfallslosen, Vampir-Thematik auf den ersten Blick in genau jene wenig achtenswerte Sparte Film ein, offenbart jedoch dann erstaunlicherweise bereits nach kurzer Zeit doch so etwas wie ein gewisses Maß an Qualität, das man ihm so zuerst keineswegs zuzutrauen vermochte.

Sicherlich, bei einem Film, der Casper van Dien als Hauptakteur aufweist und zudem noch mit einem recht bescheidenem Budget daherkommt, stellt dies offenkundig eine nicht zu missachtende Überraschung dar. Was hält Kevin van Hooks Regiearbeit schlussendlich für den Zuschauer bereit? Nun, die Bezeichnung eines geradlinigen Horrorstreifens mit stark, und wie es scheint, auch so beabsichtigten, komödiantischen Einflüssen und recht derben Goreeffekten trifft den Nagel dabei wohl auf den Kopf.

Die Idee eines Soldatentrupps, der im Urwald auf blutgierige Vampire trifft, denen das berühmt-berüchtigte Sonnenlicht nichts anzuhaben scheint, ist dann auch einmal ein etwas anderes Szenario als sonst so üblich. Von allen Seiten heranspringend, von Wänden, Häusern, Bäumen, aus Buschwerk, wie dunklen Nischen stellen sie eine gefährliche Bedrohung dar. In sichtbar handgemachten und somit recht derb und roh wirkenden Splattereffekten werden Sterbliche wie auch Blutsauger dahin geschlachtet und dies aber am sprichwörtlich laufenden Band. Leerläufe kennt „Slayer“ nur ganz selten und wenn, dann nur, um einem die gewohntermaßen seicht skizzierten Charaktere in ihrer Persönlichkeit mit möglichst geringem Zeitaufwand näher zu bringen.

Da überrascht es auf unfreiwillig komischer Basis auch wenig, dass Tom Hawkins Ex-Freundin, ihres Zeichens blond, vollbusig und ebenso eine Ausnahmewissenschaftlerin, zur selben Zeit wichtiger Forschungen wegen im gleichen Dschungel umherläuft. Die Geschichte ist diesbezüglich an narrativer Unglaubwürdigkeit natürlich genauso wenig zu überbieten, wie die nicht über B- bzw. C-Niveau herausschielenden Leistungen der Darsteller.

Eine bedingte Sehempfehlung verdient sich van Hooks Streifen dann aber doch aufgrund der vielen von Zynismus geprägten und recht amüsant entworfenen Wortgefechte und der von Kurzweil geprägten Inszenierung, die obgleich ihres fehlenden Timings und dem Vermissen einen erkennbaren Spannungsbogens doch gerade aufgrund ihrer nicht abreißenden Kampfszenen zu unterhalten weiß. Gen Ende zwar schon etwa redundant geraten, ist dieser blutverlustreiche Ausflug in den Urwald aber zumindest für Liebhaber und Freunde des billigen Horrors auf jeden Fall nahe zu legen.

Sogar Danny Trejo gibt sich, wie es so in letzter Zeit oft auch in einer Vielzahl anderer Filme der Fall war, die Ehre und legt einen für Abwechslung sorgenden Gastauftritt aufs Parkett. Und zeigt dabei seinen so genannten„Schauspiel-Kollegen“ einmal, wie das Handwerk wirklich funktioniert. Überhaupt finden sich einige, mehr oder weniger bekannte Namen auf der Besetzungsliste wieder, die man in einem Film dieser Gattung eher weniger erwartet hätte, vor allem in Bezug auf ihre mehr als bescheidenen Darbietungen. An erster Stelle natürlich Casper van Dien (Sleepy Hollow) , der aber wie es aussieht, nach seiner großen Rolle in Paul Verhoeven berühmtem Sci-Fi-Film immer mehr im B- und C-Film-Niemansland zu verschwinden scheint, als auch Jennifer O´Dell, die sich in diversen bekannten amerikanischen TV-Serien („Shark“, „The Closer“) ihre Meriten verdient oder etwa „Darth Maul“ Ray Park als mit Fäusten und Füßen um sich wirbelndes Vampir-Zwillingsgespann.

Kevin van Hook hat für seine Verhältnisse ordentliche Arbeit geleistet und fertigte mit „Slayer“ zwar ein in vielerlei Hinsicht alltägliche Genremassenprodukt von der Stange, welches jedoch gerade mit einigen kleinen Details seinen großen Unterhaltungs-Trumpf auszuspielen weiß und dabei in geselliger Runde durchaus als kleiner Trash-Happen für zwischendurch goutierbar ist.

Bewertung: 4/10 Punkten


Der Originaltext ist erschienen bei: sneakfilm.de

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